Ilvesheim

Ilvesheim Planer präsentieren Studie für Renovierung der Mehrzweckhalle / Vorhaben könnte bis zu 4,3 Millionen Euro kosten

Konzept zur Sanierung liegt vor

Archivartikel

Für viele Ilvesheimer ist sie mehr als nur eine einfache Halle: Sie ist Sportstätte, Kantinenraum und Versammlungsort; zahlreiche Bürger verbinden mit ihr Erinnerungen an Einschulungen, Feste oder Versammlungen. Die Rede ist von der Mehrzweckhalle im Mühlenweg. Mittlerweile dient sie auch als Treffpunkt für den Gemeinderat und seine Ausschüsse – so wie am Mittwochabend.

In der Sitzung des Technischen Ausschusses ging es vor allem um die Halle selbst. Der Grund: Das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Nun hat das mit einer Bestandsanalyse beauftragte Architekten-Büro Motorplan aus Mannheim die Ergebnisse seiner Studie vorgestellt. Ausdrücklich wiesen die Architekten Jaqueline Schmidt und Bernhard Wondra darauf hin, dass es sich lediglich um Konzepte handelt.

Vortrag in zwei Teilen

Sie sollen zeigen, wie das Gebäude ertüchtigt werden könnte. Ihr Vortrag hatte zwei Teile: Zunächst ging es darum, was in welcher Form saniert werden soll. Im zweiten Teil zeigten die Experten detailliert zukünftige Nutzungsmöglichkeiten der Halle auf – besonders hinsichtlich der Kinderbetreuung.

Die Sanierung betrifft alle Bereiche der Halle, das wurde im ersten Teil des Vortrages deutlich. Die Sanitärbereiche auf allen Ebenen der Halle sollen ertüchtigt werden. Das gilt für Duschen und Umkleiden, aber besonders WCs. Einige sollen barrierefrei erreichbar sein, zu anderen soll der Zugang zumindest einfacher werden. Außerdem ist ein Umbau der Küche in eine Ausgabeküche vorgesehen. Das bedeutet, dass dort nicht mehr – wie jetzt noch – gekocht werden könnte. Im Zuge weiterer Umbaumaßnahmen in der Küche, könnte die Gaderobe etwas kleiner werden.

Lüftungsanlage vorgesehen

Darüber hinaus ist der Einbau einer Lüftungsanlage geplant. Die Architekten sehen dafür Platz auf der Empore. Sie wird derzeit nicht genutzt. Gründe dafür sind ein zu niedriges Geländer, schwierige Lichtverhältnisse und die schlechte Sicht auf die Bühne auf der anderen Seite des Raumes. Alternativ könnte die Lüftung auch auf das Dach gebaut werden. Darüber hinaus sind eine Fassadensanierung und die Renovierung von Parkett, Decke und Wänden im Inneren vorgesehen.

Der zweite Teil der Präsentation umfasste zukünftige Nutzungsmöglichkeiten der Mehrzweckhalle – besonders hinsichtlich der Kinderbetreuung. Direkt neben der Mehrzweckhalle befindet sich der Kindergarten Rappelkiste. Er ist baulich mit der Halle verbunden. Teile der Mehrzweckhalle sollen nun auch für die Kinderbetreuung genutzt werden. Wichtig ist das, weil die bisher in den Containern an der Heddesheimer Straße untergebrachte Krippe in das Rappelkiste-Gebäude umziehen soll. Zwar gibt es dort noch freie Kapazitäten. Allerdings steigt der Platzbedarf, kommen durch die Krippe doch 30 Kinder dazu.

In drei verschiedenen Varianten zeigten die Planer, wie eine Verteilung aussehen könnte. Dabei wurde mit sechs oder sieben unterzubringenden Kindergruppen kalkuliert. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Halle schwanken je nach Variante der Kinder-Unterbringung und könnten sich auf bis zu 4,3 Millionen Euro belaufen. Als Basis der Kostenschätzung dienen die Baukosten aus dem letzten Quartal 2019.

Sorge vor Lärmbelästigung

Bürgermeister Andreas Metz zeigte sich zufrieden mit dem Vortrag: „Jetzt haben wir eine gute Diskussionsgrundlage.“ Die Gemeinderäte schlossen sich seinem Urteil an, machten aber gelegentlich noch Ergänzungen. „Sollten wir noch über bauliche Erweiterungen in Richtung der Wohnhäuser sprechen, müssen wir die Lärmbelästigung für Anwohner im Blick haben“, so Andreas Trier von den Freien Wählern. Ralf Kohl (CDU) kam auf die charakteristische Glasfassade der Halle zu sprechen. „Wäre es sinnvoll, sie zu verkleinern?“, fragte er.

„Praktiker einbeziehen“

Im Sommer komme dadurch viel Wärme, im Winter viel Kälte in die Halle. Planerin Schmidt sprach sich für die Erhaltung der deckenhohen Verglasung aus. „Das ist ein Pluspunkt dieses Gebäudes.“ Kohl forderte darüber hinaus, frühzeitig alle Nutzer der Halle mit ins Boot zu holen – also unter anderem die Vereine und Pädagogen: „Das sind die Praktiker, die viel über die Halle wissen.“

Ein weiteres Thema in der Diskussion war die Tonanlage. Hier gibt es zwei Varianten – einerseits den festen Einbau einer teuren und aufwendigen Anlage oder der Einbau einer schlichten Variante, die für einfache Veranstaltungen ausreicht. „Hier muss man aufpassen, keine überdimensionierte Lösung zu finden. Bessere und teurere Anlagen gibt es immer“, sagte Architekt Wondra. Gemeinderat Rolf Sauer (SPD) lobte zum Schluss die Arbeit der Architekten: „Mir gefällt, dass es das Ziel gibt, viele Aktivitäten auf einem Gelände zu bündeln – sozusagen einen Campus-Gedanken.“