Ilvesheim

Ilvesheim Kampf ums Kombibad geht in die nächste Runde / Entwurfsplanung soll abgespeckt werden

Neuer Anlauf: Projekt Schritt für Schritt umsetzen

Zurzeit ist nur so viel sicher: „Das alte Freibad ist aufgrund seiner Bauweise definitiv nicht zu sanieren.“ Dies bekräftigte Bürgermeister Andreas Metz in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) mit Nachdruck. Thema war einmal mehr der vorgesehene Ersatz für die bereits geschlossene Einrichtung und das Hallenbad. Ziel müsse es für Kommunalpolitiker und Verwaltung nach allen demokratischen Spielregeln sein, das geplante Kombibad gemäß Grundsatzbeschluss des Gemeinderats und Bürgerentscheid umzusetzen, so Metz eingangs der Sitzung im Rathaus.

Allerdings steht die Finanzierung nach wie vor nicht. Bekanntlich hatte das Kommunalrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises angekündigt, den Höchstbetrag der Verpflichtungsermächtigungen für Kredite in Höhe von 15 Millionen Euro nicht zu genehmigen. Zwar wurde Ende August nach einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats ein Förderantrag gestellt. Doch ob tatsächlich Mittel aus dem erst vor wenigen Wochen neuaufgelegten Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereich Sport, Jugend und Kultur“ fließen, ist noch offen. So erscheint es derzeit mehr als schwierig abzuschätzen, ob und wann es zu einem Bau kommt.

„Im schlimmsten Fall liegt eine Planung zunächst in der Schublade und müsste dann, wenn sich die finanzielle Situation verbessern würde, später wieder auf die aktuellen Vorschriften und Richtlinien angepasst werden“, erläutert Bauamtsleiter Pascal Tholé die verzwickte Lage.

Gemeinderat entscheidet

Vor diesem Hintergrund unterbreitete Fachplaner Christian Lanzinger (kplan AG, Abensberg) den TA-Mitgliedern den Vorschlag, die beauftragte Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) zu reduzieren. Stattdessen ließen sich Planungsleistungen wie beispielsweise Endstatik und Terminplanung erst später durchführen, wenn der Baubeginn absehbar sei. Was dieses Vorgehen an Vorteilen bringt, erklärt Tholé auf Nachfrage: „Die dadurch entstehenden Einsparungen in der Planung könnte man für Teile der nächsten Leistungsphase 4 verwenden, um bereits eine Baugenehmigung zu erhalten.“ Diese sei dann drei Jahre lang gültig und könne „recht unkompliziert“ verlängert werden. „Dadurch sind wir flexibler und sparen Kosten für eine Umplanung, da die Rechtsgrundlage für die Baugenehmigung die Vorschriften aus dem Jahr der Genehmigung sind“, erläutert Tholé gegenüber dieser Zeitung.

„So würden wir einen baureifen Antrag vorlegen, der uns für die nächsten Jahre Sicherheit gibt, das Projekt in Modulen schrittweise umsetzen zu können“, sagte Metz in der Sitzung. Entschieden wurde darüber an diesem Abend jedoch noch nicht. Die TA-Mitglieder sollen nun erst ihre Fraktionen über das geplante Vorgehen unterrichten. Die Verwaltung will dem Gemeinderat baldmöglichst vorschlagen, zunächst nur die wesentlichen Punkte der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) zu beauftragen. Dazu zählen auch Planungsänderungen, die sich nach der Bürgerbeteiligung im Juli ergeben hatten.

Vier Bauabschnitte

An Anregungen wurden berücksichtigt: Trennung der Außenbecken in zwei Einzelbecken statt Beckenrundung, Kinderbecken im Hallenbad, Vergrößerung des Lehrschwimmbeckens, optionale Ausstattung mit einem Sprungturm, breitere Einstiegstreppen, Breitrutsche im Außenbecken. Am Ende ergaben sich vier Bauabschnitte mit folgenden Nettokosten (ohne Mehrwertsteuer): Modul 1 (Hallenbad) ohne Hubboden: rund 10,2 Millionen Euro, Modul 2 (Freibad): rund 4,5 Millionen Euro, Modul 3 (Breitwasserrutsche): rund 100 000 Euro, Modul 4 (Sprungturm mit Becken): rund 600 000 bis 700 000 Euro.