Ilvesheim

Ilvesheim Haushaltsentwurf wird im Verwaltungsausschuss beraten / Grünen-Rat Haug will das Hallenbad sofort schließen

„Nicht warten, bis der Statiker dichtmacht“

„Ich sehe keinen Sinn darin, das Hallenbad aufrecht zu erhalten“. Grünen-Gemeinderat Michael Haug sprach sich bei den Vorberatungen zum ersten doppischen Haushalt der Gemeinde Ilvesheim für eine sofortige Schließung der Freizeiteinrichtung aus. Dann, so der Gemeinderat, könne man sich neue Investitionen in das marode Bad sparen. Man sollte nicht warten, bis der Statiker die Einrichtung dichtmacht, führte Haug fort. Für Rolf Sauer (SPD) und Günter Tschitschke (Freie Wähler) kam eine sofortige Schließung nicht in Frage. Für Katharina Kohlbrenner (CDU) war zumindest der Zeitpunkt gekommen, an dem man darüber diskutieren müsse, ob es so weiter laufen könne wie bisher.

Laut Bürgermeister Andreas Metz gebe es vom Statiker Signale, dass das Bad bis 2021 den Betrieb aufrecht erhalten könne. Zu diesem Zeitpunkt soll dann das geplante Kombibad öffnen. Wie berichtet, wird das Hallenbad jährlich vom Statiker inspiziert. Erst nach seiner Freigabe kann der Betrieb laufen. „Ohne Not“, so Dieter G. Bühler (SPD), sollte man das Hallenbad nicht schließen. Auch Sparen war ein Thema bei der Vorberatung im Verwaltungsausschuss.

„Mit Blick auf das Kombibad können wir so nicht weiter fahren“, läutete Barbara Hefner (CDU) die entsprechende Diskussion ein. Die CDU-Rätin plädierte dafür, jedes Jahr eine Summe X einzusparen. Das sei extrem wichtig, unterstützte Michael Haug (Grüne) das Ansinnen. In einem ersten Schritt müsse man definieren, was jährlich eingespart werden solle, riet Haug. Er richtete dabei seinen Blick auf das Minus von zwei Millionen Euro, das im Haushalt 2018 veranschlagt ist. „Wenn wir jährlich ein Minus von zwei Millionen Euro produzieren, machen wir in zwölf Jahren das Buch zu“, malte der Grünen-Rat ein Horrorszenario an die Wand. Rolf Sauer konnte da nur den Kopf schütteln und meinte sarkastisch, dass man bei diesen Sparsummen von jährlich zwei Millionen Euro in Zukunft einen gesunden Haushalt, aber eine ungesunde Infrastruktur hätte. Da bekomme die Gemeinde eine Auszeichnung, könne aber nichts mehr für die Bürger vorweisen. Sauer bezweifelte die Rechnung von Ratskollege Haug, lehnte aber Einsparungen prinzipiell nicht ab. 200 000 Euro bewertete der SPD-Rat als realistisch. Alfred Reiser (Freie Wähler) riet in Anlehnung an die Fußball-WM, nach vorne zu spielen und optimistisch zu sein.

Wie soll gespart werden? Antworten auf diese Frage will die Verwaltung anhand einer aktualisierten Prioritätenliste, deren Ursprung auf eine Klausurtagung zurückgeht, liefern. Vielleicht haben sich Gemeinderäte bei der Behandlung des Finanzplans Einsparmöglichkeiten notiert. Auf 40 Seiten ist hier nicht nur das Kombibad für 14,5 Millionen Euro (Ansatz 2018: 1 Million Euro) geplant, gegen das sich bekanntlich die Grünen und die CDU aussprechen. Rolf Sauer (SPD) gab dabei zu bedenken, dass die Zukunftswerkstatt im Rahmen der Bürgerbeteiligung das Kombibad priorisierte. Bürgermeister Metz hob hervor, dass ein Bürgerentscheid gültig sei.

In den Listen stehen zudem Kosten in Höhe von 475 000 Euro für die Neugestaltung des Schulhofs, 25 000 Euro für einen Teffpunkt für Jugendliche, 17 500 Euro für zwei Stromtankstellen oder 47 000 Euro für ein High-Speed-Netz.