Ilvesheim

Ilvesheim Verwaltung legt dem Ausschuss eine Liste vor / Einsparungen in Höhe von 200 000 Euro

Rathaus setzt den Rotstift an

Archivartikel

„Das sind Einsparungen, die wir 2019 vornehmen konnten.“ Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz legte bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) eine Streichliste mit einem Volumen von 200 300 Euro vor. Hintergrund ist die Forderung des Gemeinderats nach Einsparungen. Es gibt einen einstimmig gefassten Beschluss, jährlich strukturell 200 000 Euro einzusparen. „Die Verwaltung hat diese Aufgaben erfüllt“, hieß es bei der VA-Sitzung.

Ein Blick auf die Streichliste offenbart, dass der Rotstift primär angesetzt wurde bei Kostenstellen für Fortbildung, Aufwendungen für Bücher und Zeitschriften, Beschaffungen, Kosten für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Beispielsweise wurden Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit von 2000 auf 1000 Euro reduziert. Für die Kerwe sind anstatt 5000 Euro 3500 Euro vorgesehen. „Ganze Kostenstellen wurden gestrichen, weil sie keine Verwendung finden“, berichtete Bürgermeister Metz. Großes Sparpotenzial sieht das Ortsoberhaupt in der Kinderbetreuung, weil die Zahl der Kindergartenkinder zurückgehe.

„Wir gehen in die richtige Richtung“, lobte Katharina Kohlbrenner(CDU). Ein Umdenken habe eingesetzt, so die CDU-Sprecherin. Dennoch seien nicht alle Einsparungen strukturell, übte die Rätin auch Kritik. Gewisse Posten, so Kohlbrenner, würden sich im nächsten Jahr sicherlich nicht 1:1 umsetzen lassen können. Sie dachte dabei an die Fortbildung. Solch ein radikaler Einschnitt vermindere die Effektivität und Effizienz deutlich, befürchtet die Gemeinderätin negative Auswirkungen auf die Arbeit im Rathaus.

Angebote auf dem Prüfstand

Andreas Metz gab zu bedenken, dass es nicht im Sinne der Verwaltung sei, Aus- und Fortbildung zu streichen. Man habe lediglich Kostenstellen gestrichen, die tatsächlich nicht mehr benötigt würden, führte Metz aus. Auch Hans-Jörg Habermehl (Grüne) monierte, dass an der Fortbildung gespart werde. Hierzu versicherte Hauptamtsleiter Marc Schneider, das man noch keinem Mitarbeiter eine Fortbildung verweigert habe. Wenngleich die Angebote auf dem Prüfstand stünden, ließ Schneider wissen. Michael Haug (Grüne) gab zu verstehen, dass er die Summen nicht nachvollziehen könne. „Wir haben uns eigentlich ein anderes Ziel gesetzt“, ließ er wissen. Einsparungen stellte er sich in einem abgerechneten Haushalt vor, nicht in Ansätzen. So könne er nicht festmachen, ob überhaupt etwas gespart wurde, monierte der Grünen-Sprecher. Andreas Metz entgegnete. Man habe den Haushaltsentwurf zu Grunde gelegt, weil man Ansätze reduzieren wollte.

Günter Tschitschke (Freie Wähler) sah einen Anfang gemacht. Man habe der Verwaltung den Auftrag erteilt, strukturell 200 000 Euro einzusparen. Dies habe sie getan, so der FW-Sprecher weiter. Das Endergebnis müsse natürlich abgewartet werden, schob er nach. Dagmar Klopsch-Güntner (SPD) stimmte der Streichliste zu. Man habe Luft rausgelassen, so die Sprecherin. „Natürlich müssen wir strukturell nachlegen“, ergänzte sie.