Ilvesheim

Ilvesheim Kinder der Friedrich-Ebert-Schule bauen und programmieren Roboter / Ergebnis vor Verabschiedung in die Sommerferien präsentiert

Raumfahrzeug auf Mars geborgen

Archivartikel

Einmal mit an Bord der internationalen Raumstation ISS sein? Etwa 20 Schüler der Friedrich-Ebert Grundschule in Ilvesheim waren „irgendwie“ dabei, allerdings auf ihrer eigenen ISS. Ein halbes Jahr lang, jeden Montag, erbauten und programmierten sie unter der Leitung ihrer Lehrerin Christina Jaudes einen Roboter, der von „ihrer“ ISS aus die Bergung eines auf dem Mars verunglückten Raumfahrzeuges vornehmen sollte. Dabei galt es, eine Rampe im richtigen Winkel anzufahren, oben rechtzeitig abzubremsen und mit dem Greifarm das verunglückte Gefährt zu fassen und zur ISS zurückzubringen.

Am vergangenen Montag nun, vor der Verabschiedung in die Sommerferien präsentierten die Viertklässler in Anwesenheit ihrer Lehrerin und der Schulleiterin Monika Maier, was sie sich im letzten halben Jahr erarbeitet hatten. Zuerst einmal galt es den Roboter selbst zu erbauen, um ihn auch zu verstehen. Dafür wurde das System von Lego Mindstorms EV3 Education genutzt. Die Roboter befinden sich also anfangs in Einzelteilen.

Motoren und Sensoren

Die einzelnen Motoren und Sensoren werden besprochen. So hat zum Beispiel jedes Rad einen eigenen Motor und kann separat per ipad programmiert werden, es gibt einen Farbsensor und einen Ultraschallsensor. Diese müssen richtig angebracht sein. Der Roboter wird bei seinem Einsatz von einem weißen Streifen abfahren. Vieles gilt es zu berücksichtigen. Sitzt der Farbsensor zu hoch, erkennt er hell und dunkel nicht richtig und fährt gar nicht erst los. Mit dem Ultraschallsensor misst der Roboter die Entfernungen.

Wo muss er stoppen und den Greifarm ausfahren? Immer wieder wird neu justiert, noch etwas umprogrammiert oder dazu programmiert, wie etwa ein bestimmter Sound beim Anhalten oder Rückwärtsfahren. Gearbeitet wird in Gruppen von zwei bis vier Kindern, jedes ist begeistert bei der Sache. Spielerisch bringt Christina Jaudes den Mädchen und Jungen das Verstehen näher, gibt Anregungen, erarbeitet mit ihnen Programmieraufgaben wie Verzweigungen, Multitasking und Schleifen. Immer wieder wird probiert und umprogrammiert. Die spielerische Förderung ist Lehrerin Christina Jaudes sehr wichtig.

Bereits an ihrer alten Schule hatte sie eine Roboter AG ins Leben gerufen. Dank der Hector-Stiftung und der Sparkassenstiftung „Bülent Ceylan- Für Kinder“ konnten die Roboter und die benötigten ipads auch in Ilvesheim angeschafft werden. Die AG läuft immer halbjährlich im Wechsel zwischen den dritten und den vierten Klassen. Wie wichtig das Thema ist, kann man auch daran ersehen, dass Christina Jaudes eine von 30 Lehrer war, die 2018 bei der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothea Bär, ins Bundeskanzleramt eingeladen waren, um über ihre Erfahrungen, Konzepte und Ideen zu berichten.