Ilvesheim

Ilvesheim 49. Fischerfest lockt Tausende auf die Insel / Lob und Beifall für 100 Helfer / Heute Familienprogramm, T-Band und Feuerwerk

Sauer „zeltet“ seit 1970 auf dem Festplatz

Archivartikel

„Es läuft sehr gut“, sagt Sascha Kunke strahlend. Der Monsheimer und sein Sohn Christopher betreiben inzwischen die 121 Jahre alte Schiffschaukel auf dem Ilvesheimer Festplatz am Freibad. Dort dauert das 49. Fischerfest mit weiteren Angeboten noch bis heute Abend an. Gerade genießt der fünfjährige Yannic mit seinem Vater Andreas Weser den Himmel über der Insel in der nostalgischen Attraktion, die schon bei den frühesten Fischerfesten ab 1970 zum Höhenflug einlud. „Es ist super, wie immer“, sagt der Seckenheimer.

Tradition und Fortschritt vereint

Als Chef des gastgebenden Angelsportvereins (ASV) von 1928 strahlt auch Rolf Sauer. Der 63-jährige Gemeinderat war mit 14 schon bei der Premiere aktiv dabei und übernahm fünf Jahre später die Regie. Seitdem geht er jedes Jahr eine Woche lang auf dem Festplatz „zelten“, wie er sagt. „Wir versuchen immer, Traditionelles wie die Schiffschaukel am Biergarten und die Blaskapelle am Sonntag mit Fortschrittlichem zu verbinden“, erklärt Sauer das Erfolgsrezept. Das Fortschrittliche bezieht er darauf, „dass es uns gelingt freitags und samstags auch Party für junge Leute zu machen“. Erneut hätten schon am ersten Abend rund 300 friedlich Feiernde auf den Tischen gestanden. Dafür zeichnete erneut die Coverband Groovemonkeys um den Mannheimer Schlagzeuger Torsten Gärtner verantwortlich, der seit 24 Jahren mit seinen jeweiligen Formationen im Zelt den Ton angibt.

Beim Fassbieranstich von Bürgermeister-Stellvertreter Günter Tschitschke habe der „erste Schlag gleich gepasst“. Bislang sei alles „sehr gut“ verlaufen. „20 Dabbschädel gibt es immer“, sagt Sauer gelassen. Beschädigungen habe es keine gegeben. Hinterlassenschaften in der benachbarten „Alla Hopp“-Anlage hätten Gemeindebauhof und Angler morgens gleich weggeräumt. Überhaupt ist „Zusammenhalt“ das große Thema bei diesem Fischerfest.

So erntete Tschitschke großen Beifall, als er feststellte, dass viele Freiwillige Feuerwehrleute ebenso ASV-Aktive seien und gleich nach den jüngsten Unwettereinsätzen wie selbstverständlich auch im Festzelt mitwirkten.

Anglerfamilie steht zusammen

„Die ganze Anglerfamilie hilft zusammen – vom Ehrenvorsitzenden Hans Sommer, der mit seinen 92 Jahren zum Auftakt gekommen war, bis zum Fischernachwuchs“, bekräftigt Sauer, dessen Amtsvorgänger Sommer der „Vater“ dieses Festes ist. Als Beispiel für den Zusammenhalt nennt Sauer auch die Blumentombola der ASV-Jugend. Insgesamt könne er sich auf eine „Riesenleistung“ von rund 100 Helfern verlassen. „Es ist ein Kraftakt, eine Großküche im Zelt einzurichten“, schildert Sauer den Aufwand, um mit Zander, Merlan, Seelachsfilet und Forelle Besucher aus der ganzen Umgebung anzulocken. „Wir kommen aus Feudenheim, weil es hier den besten Fisch im Umkreis gibt“, sagt Bärbel Scharvogel. „Unsere Filets waren sehr gut“, lobt Frank Cheney, der mit der Familie prompt Tombola-Pflanzen für den Garten in Ladenburg gewinnt.

Nachtisch bei „Zuckerhäusel“ (Ladenburg) oder „Erndt´s Eis“ (Mannheim)? Eine Runde im Autoscooter? Rund geht es jedenfalls beim heutigen Familiennachmittag. Die T-Band tritt abends auf, bis nach Anbruch der Dunkelheit das Höhenfeuerwerk über der Altneckarschleife den Ausklang einläutet. Im kommenden Jahr gilt es die Jubelauflage groß zu feiern. Sauer geht dann zum 50. Mal „zelten“ auf dem Festplatz.