Ilvesheim

Ilvesheim Besucher regt nochmalige Abstimmung über das Millionen-Projekt an

„Sollte man die Bürger nicht noch einmal fragen?“

„Bringen Sie Ihre Ideen in die weiteren Planungen ein und äußern Sie Kritik.“ Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz forderte bei der Bürgerinformation am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle die zahlreichen Besucher zur Teilnahme an der Gestaltung des Kombibads auf. Die Ilvesheimer nutzten die Gelegenheit und gaben Input weiter. Sie regten beispielsweise eine Sprunganlage, eine Rutsche, größere Becken oder ein klassisches Kinderlehrbecken sowie auch die Installation einer Solaranlage an.

Keine Steuererhöhungen

Kritiker machten sich um die Finanzierung des 14,5-Millionen-Euro-Projekts Gedanken. „Können wir uns das überhaupt leisten?“, so die bange Frage eines Bürgers. Seine besondere Sorge war, dass die Gemeinde bei Verwirklichung des Projekts die Steuern erhöhen könnte. Diese konnte ihm der Bürgermeister sofort nehmen. Grundsätzlich habe die Gemeinde in diesem Bereich wenig Einfluss, informierte er. Allenfalls die Grund- oder die Hundesteuer könne erhöht werden, ließ Metz wissen.

„Sollte man da nicht die Bürger noch einmal fragen?“, hatte ein Besucher einen weiteren Bürgerentscheid im Hinterkopf. Dies wiederum erzeugte Murren und Kopfschütteln im Saal. Schließlich gilt bis zum 13. Dezember dieses Jahres noch ein bindender Bürgerentscheid. Zwei Drittel der Wähler haben, so Metz, vor drei Jahren die Entscheidung des Gemeinderats für den Bau eines Kombibads bestätigt. „Man kann die Bürger nicht so lange abstimmen lassen, bis das Ergebnis stimmt“, reagierte Metz mit Unverständnis auf die Idee eines erneuten Bürgerentscheids. Ein weiteres Mal wurde die Frage gestellt, ob sich die Kommune das Bad leisten könne. Ein klares Ja kam nicht über die Lippen des Bürgermeisters. Doch ließ er keinen Zweifel daran, dass das Projekt mit dem aktuellen Haushalt gestemmt werden könne. Das Gemeindeoberhaupt wollte dabei auch nicht ausschließen, dass der finanzielle Spielraum enger werde und möglicherweise Prioritäten gesetzt werden müssten. Die Finanzierung des Bades jedoch sei durch die Entnahme von fünf Millionen Euro aus der Rücklage und der Aufnahme eines Kredits in Höhe von zehn Millionen Euro realisierbar, führte Metz aus. Keinen Zweifel ließ der Ortschef daran, dass ein neues Hallen- und ein neues Freibad den Finanzrahmen sprengen würden. „Alles muss dann doppelt vorgehalten werden“, gab Andreas Metz zu bedenken.

Planer beziehen Position

Auch die Vertreter der Fachbüros (kplan AG, Baurconsult) stellten sich den Fragen der Bürger. Johann Gruber, Christian Lanzinger und Stefan Kawalski erläuterten zudem an Stellwänden den Interessenten ihre Planung, sprich den Vorentwurf. Sie erklärten auf Nachfrage auch, dass laut Untersuchungen Druckwasser keine Probleme darstelle. „Wir brauchen keine aufwendige Gründung“, schloss Architekt Gruber besondere Baumaßnahmen aus. Auch mit dem Wunsch nach größeren Ausmaßen wurden die Planer konfrontiert. Das sei eine Frage der Aufgabenstellung, wurde geantwortet, um aber ebenso zu betonen, dass die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle spiele.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/ilvesheim