Ilvesheim

Ilvesheim Ausstellung im Rathaus der Inselgemeinde zeigt Zierdecken und Fotos / Werke von Beate Schnurr und Bernd Seiler bis 5. Januar zu sehen

Spannende Begegnung zweier Kunstformen

Archivartikel

Teppiche und Fotos – eigentlich eine seltsame Kombination. Dass beide Dinge als Kunstformen allerdings gut miteinander harmonieren können, beweist eine neue Ausstellung im Ilvesheimer Rathaus. Bereits zum 20. Mal kuratiert die SPD-Gemeinderätin Dagmar Klopsch-Güntner die Schau „Kunst im Rathaus“. Sie spielt sich in allen Stockwerken des Gebäudes an der Schloßstraße ab. Dieses Mal sind Fotografien des Mannheimer Künstlers Bernd Seiler und Quilts von Beate Schnurr zu sehen. Quilts sind kunstvoll gefertigte Decken, die als Wandbehang, Dekoration oder Teppich verwendet werden können. „Mit Beate Schnurr habe ich bereits die erste Kunstausstellung gemacht“, sagte Klopsch-Güntner bei der Vernissage. Die Veranstaltung wurde umrahmt von einer Tanzdarbietung und einem Gedichtvortrag. Doch nicht nur wegen Beate Schnurr sei die Ausstellung etwas besonderes: „Es ist schon außergewöhnlich, dass in diesem Jahr keine Malerei mit dabei ist. Diese Kunstform hat bisher eigentlich bei keiner Veranstaltung gefehlt“, sagte Klopsch-Güntner.

Insgesamt neun Quilts hängen nun im Ilvesheimer Rathaus. Die Herstellung einer solchen Denke dauert mindestens neun Monate. Sie kann sich aber auch bis zu einem Jahr ziehen. „Das ist ein langer Prozess. Aber es macht mir unglaublich Spaß, mit meiner Arbeit neue Muster zu erschaffen“, sagte Beate Schnurr. Die 64-Jährige fing als Bauzeichnerin an und kam über die Malerei zur Quilt-Fertigung. „Manchmal ist es auch wichtig, etwas Abstand von der Arbeit zu gewinnen“, meinte die Künstlerin. Dann würde sie eine Nacht darüber schlafen oder manchmal einfach nur ein Foto mit dem Handy machen. „Wenn ich das Muster dann auf dem Bildschirm noch einmal sehe, sehe ich manche Dinge besser“, erzählte sie.

An Robert Häusser orientiert

Mit Fotos beschäftigt sich Bernd Seiler schon eine lange Zeit. 1971 hatte er zum ersten Mal eine Kamera in der Hand und „fotografierte alles, was ihm vor die Linse kam“, wie Klopsch-Güntner zu berichten wusste. Viele seiner insgesamt rund 30 Bilder, die nun im Rathaus der Inselgemeinde hängen, sind in schwarz-weiß gehalten. Dabei orientiert er sich an einem Motto des berühmten Fotografen Robert Häusser. Dieser sagte einst sinngemäß: „Farbe ist zu geschwätzig.“

Seilers Bilder zeichnen sich hingegen durch ihre Klarheit aus. Auf ihnen ist selten viel zu sehen, Seiler beschränkt sich auf das Wesentliche. Häufig arbeitet der 66-Jährige auch mit mehreren Fotos in quadratischer Form, die er in sauberer Ordnung nebeneinander aufreiht. Genau damit gelingt ihm die Verbindung zur anderen Kunstform der aktuellen Ausstellung – dem Quilt. Sowohl Seilers Fotos als auch die kunstvollen Teppiche beinhalten quadratische Muster und machen damit eine eigentlich seltsame Kombination zu einer spannenden Begegnung zweier Kunstformen.

Als Schnurr und Seiler sich bei den Vorbereitungen zur Ausstellung begegneten, fiel ihnen die große Ähnlichkeit ihrer Werke auf. „Deshalb haben wir auch eines meiner Fotos im ersten Stockwerk genau neben einen Quilt gehängt – um diese Verbindung sichtbar zu machen“, sagt Seiler.

Die Kunstwerke sind noch bis zum 5. Januar zu sehen. Die Ausstellung ist für die Besucher während der Öffnungszeiten des Rathauses frei zugänglich. Es ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet, donnerstags zusätzlich von 12 bis 18 Uhr.

Info: Mehr Bilder unter morgenweb.de/ilvesheim

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