Ilvesheim

Ilvesheim Stipendiaten des Opernstudios am Mannheimer Nationaltheater treten in Räumen der Heinrich-Vetter-Stiftung auf

„Traumhaftes“ Konzert als Dankeschön

Archivartikel

Einen grandiosen Konzertabend erlebten Förderer und Freunde bei der Dankeschön-Vorstellung vom Opernstudio des Nationaltheaters Mannheim (NTM) in den Räumen der Heinrich-Vetter-Stiftung in Ilvesheim. Vor zwei Jahren wurde das Opernstudio – eine Nachwuchsplattform – von Intendant Albrecht Puhlmann ins Leben gerufen. Er moderierte nun auch den Abend.

Jeweils vier junge Künstler bekommen über zwei Jahre die Möglichkeit, kleine und auch größere Partien auf der Bühne zu singen und dabei von erfahrenen Kollegen des Ensembles zu lernen. Sie können mit bekannten Regisseuren arbeiten und in Konzerten auftreten. Die Opernsänger des Konzertabends waren Ji Yoon (Sopran), Iris Marie Sojer (Mezzosopran), Pascal Herington (Tenor) und Ilya Lapich (Bariton). Sie präsentierten sich als ausdrucksstarke Persönlichkeiten, die schwierige Gesangsparts scheinbar mühelos meisterten und großes darstellerisches Potential zeigten. Robin Philips, der musikalische Leiter des Opernstudios, begleitete sie am Piano.

Auf dem Programm standen ausschließlich Stücke, die die vier jungen Musiker am Nationaltheater gesungen haben oder noch singen – zum Beispiel Arien, Duette, Rezitative und Ensembles aus Joseph Haydns „Die wüste Insel“, Gioachino Rossinis „La Cenerentola“, Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“, Frederick Loewes „My Fair Lady“, Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ sowie Giuseppe Verdis „Un ballo in maschera“.

Peter Frankenberg, Vorstandsvorsitzender der Heinrich-Vetter-Stiftung, begrüßte die Gäste. Danach stellte Opern-Intendant Puhlmann die vier Sänger sowie Robin Philips und Marco Misgaiski (Künstlerischer Produktionsleiter Oper und Szenischer Leiter Opernstudio) vor. Die Zuhörer erfuhren etwa, dass Ji Yoon aus Südkorea, Iris Marie Sojer aus Deutschland, Pascal Herington aus Australien und Ilya Lapich aus Russland kommen – und die wenigen Plätze des Opernstudios äußerst begehrt sind. Bis auf Lapich verlassen die Künstler die Zwischenstation „Opernstudio“ nach zwei Jahren. Marco Misgaiski: „Für die neue Opernstudiozeit liegen über 500 Bewerbungen vor – fast alle Bewerber werden gehört.“ Er informierte auch über Abläufe und Programme. So erfuhren die Gäste, dass an den Musikhochschulen die szenische Seite oft im Hintergrund stehe. „Hier leisten wir zum Beispiel Hilfestellung. Aber auch die Auftrittspsychologie ist ein Thema“, erklärte Misgaiski.

Viele interessante Details brachte der brillant moderierende Albrecht Puhlmann ans Tageslicht. Manche davon waren zum Schmunzeln – etwa woher der Australier Herington seinen österreichischen Zungenschlag hat und dass er als Steuerberater in Australien tätig war.

Rund zwei Stunden dauerte der Konzertabend, bei dem die Besucher sowohl mit den Sängern als auch mit den NTM-Opern-Verantwortlichen in der Pause und nach dem Hauskonzert ins Gespräch kamen. „Ein sehr niveauvoller Abend“, sagte der Professor Otto H. Jacobs aus Heddesheim – und von den Besuchern waren Aussagen wie „wunderschön“, „toll“ und „traumhaft“ zu hören.