Ilvesheim

Ilvesheim Bankräuber soll laut Ankläger zwölf Jahre in Haft

Urteil für Donnerstag angekündigt

Archivartikel

Die Opfer leiden noch heute unter dem Geschehen vom 25. Juni 2019, sind noch nicht wieder arbeitsfähig oder mussten in andere Filialen versetzt werden. Nun geht der Prozess gegen jenen Mann auf die Zielgeraden, dem sie dieses traumatische Erlebnis zu verdanken haben: Der Ilvesheimer Bankräuber soll nach dem Willen des Staatsanwaltes für zwölf Jahre ins Gefängnis – und danach in Sicherungsverwahrung genommen werden. Von ihm, so die Begründung, gehe weiter eine Gefährlichkeit für die Allgemeinheit aus. Das Urteil soll am Donnerstag, 9. Januar, verkündet werden.

Der 57-jährige Franzose hatte gestanden, gezielt nach Deutschland eingereist zu sein, um hier eine Bank zu überfallen. Eher zufällig sei er auf die Filiale in der Ilvesheimer Schlossstraße gestoßen. Dort in der Nähe übernachtete er in dem mitgebrachten Pkw und überwältigte am nächsten Morgen den ersten Mitarbeiter. Nach und nach nahm er weitere Bankbeschäftigte als Geisel und flüchtete schließlich. Am nächsten Abend wurde er festgenommen. Ein Kumpel, bei dem er nach einem Gefängnisaufenthalt wohnte, hatte den Wagen als gestohlen gemeldet. Außerdem war der Pkw mit französischem Kennzeichen in der Inselgemeinde einem Zeugen aufgefallen.

Gut einstündiges Martyrium

Die Mitarbeiter mussten sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden legen, während zwei Tresore geöffnet wurden, und wurden laut Anklage zum Teil getreten und mit der Pistole auf den Kopf geschlagen. Da sich in den Tresoren kein Bargeld befand, ging das gut einstündige Martyrium in Todesangst weiter. Schließlich schlug ein Mitarbeiter vor, mit sogenannten Blanko-Karten Geld aus dem Automaten auszahlen zu lassen. Eine aufwendige Prozedur, die der Räuber offenbar gefasst und kühl begleitete. Die Geiseln empfinden noch heute Panik beim Betreten der Bank. Eine Mitarbeiterin, referiert Nebenklagevertreter Thomas Franz, habe sich versetzen lassen. Zwei besonders betroffene Opfer sind weiter arbeitsunfähig. Ein Vergleich sichert ihnen nun ein Schmerzensgeld in Höhe von 30 000 Euro zu. Außerdem muss der Räuber die Verfahrenskosten tragen.