Ilvesheim

Ilvesheim Vetter-Stiftung bietet literarischen Sommerabend

Vom Skulpturenpark zur Lesestunde im Wohnzimmer

John F. Kennedy, Heinrich Böll und Indira Gandhi - eines haben diese drei großen Persönlichkeiten gemeinsam: Sie wurden alle im Jahre 1917 geboren. Auf dieser Tatsache basiert die Auswahl der Werke beim "Literarischen Sommerabend" der Heinrich-Vetter-Stiftung in Ilvesheim. Rund 15 Interessierte sind der Einladung dazu gefolgt.

Am Empfang stehen Geschäftsführer Hartwig Trinkaus und seine Sozialkoordinatorin Antje Geiter sowie Regina Weibel. Sie begrüßen die Gäste mit einem Sekt oder Orangensaft. Bei einem Gläschen draußen auf der Terrasse entwickeln sich nette Gespräche, und die Blicke schweifen über den Garten der Skulpturen, die der Mäzen Heinrich Vetter zu Lebzeiten gesammelt hat. In seinem Wohnzimmer finden sich die Zuhörer wenig später ein, um Regina Weibel zu lauschen. Am Tisch neben ihr befindet sich ein Stapel Bücher, aus denen sie im Laufe des Abends vorliest.

"Ich wollte etwas Heiteres, was diese Leute von sich gegeben haben", erläutert die Leiterin der Gemeindebücherei. Tatsächlich etwas zu finden, sei jedoch nicht sehr einfach gewesen. Auf was Weibel letztendlich gestoßen ist, hat sie selbst überrascht. Wer hätte schon gedacht, dass Kennedy auf einer Schifffahrt nach Europa aus Langeweile "Mädels aufgespürt" hat, wie er in seinem Tagebuch schreibt. Oder dass für ihn das Kennzeichen des Franzosen sein "kohliger Mundgeruch" ist - und "dass es keine Badewannen gibt".

Auch die Kurzgeschichte "Der Lacher" von Heinrich Böll sorgt für Gelächter. Die Besucher hören sichtlich gespannt den verschiedenen Erzählungen zu. Gertrud Kopecek erzählt, dass sie schon vergangenes Jahr an dem Literarischen Sommerabend teilnahm. Das Angebot der Stiftung sei deutlich größer geworden, und das sei nicht zuletzt der neuen Koordinatorin Antje Geiter zu verdanken. Die Tatsache, dass John F. Kennedy auf seiner Europareise in Frankreich oft im Kino gewesen war, amüsiert die Zuhörer. "Da hat er ja gar nichts verstanden", wirft Elisabeth Stroh ein. Aber genau das war es ja, was den jungen Kennedy so erheitert hat, klärt Regina Weibel ihre Kollegin aus der Bücherei auf.