Ilvesheim

Ilvesheim Freie Wähler holen sich für zweite Auflage Unterstützung von den Gartenfreunden, Vogelfreunden und dem Hundeverein

Wandern geht auch ohne Weinberge

Eine Weinwanderung rund um Ilvesheim ist schon eine kreative Idee, wenn man bedenkt, dass es in Ilvesheim nicht einen einzigen Weinberg gibt. Bis jetzt hat sich aber noch niemand an den fehlenden Reben gestört. Schließlich reicht es vollkommen aus, in einer Weinregion zu leben und Rebensaft zu genießen.

Der Gedanke, eine Weinwanderung in der Inselgemeinde anzubieten, keimte in Annika Lerch, nachdem sie selbst an ähnlichen Veranstaltungen in der Pfalz teilgenommen hatte. Die Premiere letztes Jahr schlug ein wie eine Bombe – keine Frage, das Event auch in diesem Jahr zu wiederholen. Leider war der Wettergott dieses Jahr nicht so gnädig wie im Vorjahr, als strahlender Sonnenschein die Wanderer begleitete. Immerhin hatte das Wetter mit den Wanderern insofern ein Einsehen, als es keinen Regen schickte. So konnten die Spaziergänger wenigstens einen guten Wein anstatt verregneter Schorle genießen.

Schilder weisen den Weg

Der Rundweg konnte zu jeder Zeit und in beide Richtungen gestartet werden. So machten sich Familien, Freunde, Pärchen und Kollegen auf den Weg. „Der Sinn ist, dass nicht alle Wanderer zu einem festen Zeitpunkt und in einem Pulk losmarschieren“ erklärte Rüdiger Kühner von den Freien Wählern (FW), der bereits am Vortag mit seinem Sohn Linus die Strecke ablief, um die vielen kleinen Hinweisschilder anzubringen.

An jedem Standort gab es unterschiedliche Speisen zu verkosten. Die FW als Organisatoren holten dieses Jahr noch drei weitere Vereine mit ins Boot: Während die Organisatoren fleißig Saumagen mit Zwiebeln brieten, schmierten die Gartenfreunde Brote mit Hausmacher Wurst, die Vogelfreunde kochten Kartoffelsuppe mit Wiener, und der Hundeverein bot Winzerbrötchen an. Zudem hatte man sich ein etwas anderes Konzept überlegt, was die Weinverkostung anging: Den berühmten Insel-Secco gab es nur bei den FW und dem Hundeverein. Dieser offerierte zudem als einziger Stand einen lieblichen Wein. Dafür hatten die Vogelfreunde einen Rotwein im Sortiment.

Kühles Wetter hält nicht auf

Das Angebot war vielfältig, und trotz der kühlen Temperaturen waren viele Wanderer schon sehr früh unterwegs. Schmunzelnd erzählte Günter Tschitschke: „Unser erster Gast, der Ilvesheimer Künstler Albert Lurwig, war bereits fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn hier.“ Dieser erklärte nur: „Was soll ich sagen, ich bin Frühaufsteher, und der Saumagen war mein zweites Frühstück.“ Auch wenn wetterbedingt weniger Wanderer als im Vorjahr unterwegs waren, so waren diese doch alle hochzufrieden. „Ich habe per Zufall durch die sozialen Medien von dieser Veranstaltung erfahren und mich spontan mit meinem Mann auf den Weg gemacht“ erzählte eine Mannheimerin. „Die Weinwanderung hier in Ilvesheim ist noch nicht überlaufen, und man kann in Ruhe den Wein und die Natur genießen.“

Aber auch die Ilvesheimer machten sich auf den Weg durch die Heimat. „Wir haben beim Hundeverein einen leckeren Handkäse gegessen, dazu einen Roséwein getrunken und gehen weiter zu den Vogel- und Gartenfreunden,“ resümierte eine Wandergruppe, bevor sie weiterzog – der Tag versprach noch weitere kulinarische Höhepunkte und edle Tropfen.