Ilvesheim

Ilvesheim Insel-Gemeinde auf der Suche nach Beteiligungsformen / Erstes Treffen mit wenig Vereinen

Wie können sich Kinder und Jugendliche einbringen?

Archivartikel

Wie kann man Jugendliche an politischen Entscheidungsprozessen in der Gemeinde beteiligen? Was wollen die jungen Leute? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hat die Gemeinde Ilvesheimer Jugendvertreter zu einem Treffen ins Rathaus eingeladen. Die Resonanz war überschaubar, lediglich von der DLRG als auch der Feuerwehr waren Abordnungen erschienen. Dennoch wurde unter dem Vorsitz von Bürgermeister Andreas Metz und der Beteiligung von Gemeinderäten rege über Jugendarbeit und Beteiligungsformen diskutiert. „Der Austausch war ein erster Schritt in die beabsichtigte Richtung“, argumentierte das Ortsoberhaupt. Er plädierte dafür, dass sich Jugendwarte und Jugendleiter mindestens zwei mal im Jahr treffen. Es gebe hier die Möglichkeit Themen zu sammeln, die beispielsweise bei einem Workshop diskutiert werden könnten. Ganz hilfreich sei eine Rückkopplung von Vereinen, die mit Jugendlichen arbeiten, hoffte Metz auf die Mitarbeit derjenigen, die beim ersten Treffen nicht dabei waren.

Eingangs hatte der Bürgermeister erwähnt, dass die verbesserte Beteiligung von Jugendlichen an der Kommunalpolitik Inhalt einer geänderten Gemeindeordnung sei. Der Landtag Baden-Württemberg hat 2015 die Rechte von Kindern und Jugendlichen bei kommunalen Entscheidungsprozessen gestärkt. Der Weg dahin bleibt den Kommunen überlassen. Auf Antrag der CDU-Fraktion im März 2018 fasste der Gemeinderat folgenden einstimmigen Beschluss: „Nach dem Vorbild der Vereinsvertreterversammlung soll eine regelmäßige Zusammenkunft der Jugendvertreter aller Vereinigungen mit dem Ziel des Austauschs mit einem Vertreter der Gemeinde initiiert werden“.

„Der Kreis hätte durchaus größer sein können“, bedauerte Bürgermeister Metz das geringe Interesse am ersten Treffen. Dennoch sei es nach wie vor das Ziel, Jugendliche in Entscheidungsfindungen einzubeziehen, machte das Ortsoberhaupt klar. Neben Vertretern von Vereinen sollte man die Schulen als Partner gewinnen, führte Metz aus. Beim aktuellen Treffen nutzten die Jugendabteilungen von DLRG als auch der Feuerwehr die Gelegenheit, ihre Strukturen vorzustellen.

Wichtiges Vehikel

„Die Vereine sind ein wichtiges Vehikel, doch wir wollen wissen, was die Jugendlichen von uns als Gemeinderäte wollen“, brachte sich Grünen-Gemeinderat Michael Haug in die Diskussion ein. Auch Katharina Kohlbrenner (CDU) fand es wichtig, dass man Themen finden sollte, die über die Vereine hinweg von den Kindern und Jugendlichen getragen werden. „Welche Möglichkeiten sind in Euren Augen geeignet, um den Beteiligungsprozess anzustoßen“?, sprach Verena Hepp (Freie Wähler) die jungen Gäste gezielt an. Eine Vereinsvertretersitzung mit Jugendleitern war ein Vorschlag. Auch Foren im Jugendzentrum, in denen ein Thema im Mittelpunkt steht, wurden das Wort geredet.

Die Kinder und Jugendlichen solle mit ihren Anliegen ernst genommen werden. Dies war Basis aller Ausführungen. Die Gemeinderäte erhoffen sich ein Stimmungsbild. „Wir wollen mitkriegen, was in dieser Altersstufe los ist“, so Katharina Kohlbrenner. „Die Jugendlichen sollen dauerhaft einbezogen werden“, plädierte Michael Haug für Kontinuität. Verena Hepp stimmten ihren Ratskollegen diesbezüglich zu.

Am Donnerstag, 11. April, steht die Thematik auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses. Der VA tagt im Rathaus ab 19 Uhr.