Ilvesheim

Ilvesheim Fraktionssprecher Rolf Sauer (SPD) setzt sich weiterhin für den Bau des Kombibads ein / Schlechtes Wahlergebnis noch nicht verdaut

„Wir wollen den Bürgern etwas bieten“

Archivartikel

„Das Wahlergebnis schmerzt nach wie vor.“ Auch knapp vier Monate nach der Kommunalwahl hat SPD-Fraktionssprecher Rolf Sauer seine Enttäuschung über das schlechte Abschneiden seiner Partei noch nicht ganz überwunden. „Drei erfahrene Gemeinderäte sind nicht mehr gewählt worden,“ sucht der Sozialdemokrat immer noch nach Erklärungen. Die Fraktion verlor zwei Sitze und zählt nur noch drei Mandatsträger.

Kaum ein Trost ist für Rolf Sauer, dass er mit 3038 Stimmen das zweitbeste Ergebnis einfuhr. Eher macht ihn zufrieden, dass seine Fraktion mit Julia Weiss eine sehr junge Gemeinderätin begrüßen durfte. „Es ist okay, dass junge Kandidaten gewählt wurden,“ zeigt sich der langjährige Gemeinderat erfreut über die Wahl der 19-jährigen Julia Weiss.

Erhöhter Aufwand

„Jung geht zu jung“, erhofft sich Sauer mehr Einblick in die Wünsche und Vorstellungen der Jung-Ilvesheimer. Das SPD-Trio komplettiert Dagmar Klopsch-Güntner. „Wir sind nur noch drei Gemeinderäte, aber froh darüber, dass wir nach wie vor das Ohr am Bürger haben können,“ will sich Sauer mit seiner Fraktion mit vollem Engagement für das Wohl der Gemeinde Ilvesheim einsetzen. Er weiß dabei die Kandidaten hinter sich, die alle gesellschaftliche Bereiche abdecken.

Die neuen Mehrheitsverhältnisse stellen eine größere Herausforderung für die SPD dar, rechnet Sauer mit einem erhöhten Aufwand an Überzeugungsarbeit. „Die SPD braucht zwei Fraktionen, will sie zum Beispiel einen Antrag durchbringen“, zählt Sauer 1 und 1 zusammen. „Das macht es schwieriger, seine Wahlversprechen umzusetzen,“ führt der Fraktionssprecher aus – wie beispielsweise das Kombibad, das ein Herzensanliegen der Sozialdmokraten bleibt. Man fühlt sich den Bürgern verpflichtet, die bei einem Bürgerentscheid mit Mehrheit für das Projekt gestimmt haben, so Sauer. Er lässt das Argument der Bad-Gegner nicht gelten, die behaupten, dass der Bürger mit dem Wissen höherer Kosten dagegen gestimmt hätte.

„Die finanzielle Steigerung ist kein Argument zu sagen, dass der Bürger anders entschieden hätte,“ lehnt Sauer diese Argumentation ab. Dies sei spekulativ, so der SPD-Sprecher. „Das Bad ist ja trotzdem finanzierbar,“ ist der Gemeinderat überzeugt. „Das Kombibad ist die optimale wirtschaftliche Kompromisslösung gegenüber dem Hallenbad und zusätzlich dem Freibad,“ begründet Sauer die Entscheidung für die kombinierte Einrichtung. „Nur das Kombibad garantiert den ganzjährigen Badebetrieb,“ macht Sauer klar. Das komme dem Schulschwimmen, dem Erlernen des Schwimmens und dem Gesundheitssport zugute, zählt der Sozialdemokrat die Vorteile auf. Ein Freibad hingegen könne dies nur in den heißen Sommermonaten gewährleisten, hebt der Gemeinderat auf das „zeitlich begrenzte Vergnügen“ ab.

„Allein ein Freibad zu bauen mit der halben Investitionssumme eines Kombibads werden wir ablehnen,“ will der Fraktionschef keine Kompromisse eingehen, weil solch eine Einrichtung nur an wenigen Wochen ausgelastet sei. Dann stimme auch die finanzielle Relation nicht mehr, resümiert Sauer. Das Kombibad sieht er als Familienbad. Der Außenbereich so nicht so weitläufig und so attraktiv, als dass er für große Jugendgruppen mit möglichen negativen Begleiterscheinungen ein Anziehungspunkt wäre. Rolf Sauer zu Finanzen: „Die SPD setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Gemeinde effektiv arbeitet, so dass die vom Rat definierten Aufgaben mit möglichst geringem Mittelaufwand erfüllt werden.“ Als Gemeinde mit geringer Gewerbesteuer sei man immer von kommunalen Finanzausgleich abhängig. Nach dem Bau des Kombibads werde man deshalb auch den Ausgleichsstock in Anspruch nehmen, argumentiert der Ilvesheimer.

„Aber wenn wir heute nicht bauen, dann gar nicht mehr,“ hat Sauer den günstigen Kredit im Hinterkopf. „Wenn wir nicht bauen, dann hat die Gemeinde den über Zehnjährigen nichts mehr zu bieten,“ rechnet er vor. Da verlasse man sich dann voll auf die Vereine, führt der Sprecher aus. Und er betont: „Wir wollen den Bürgern aber etwas bieten, auch den über Zehnjährigen.“