Ilvesheim

Ilvesheim Verwaltungsausschuss diskutiert über Konzept / Schon die Grundschüler sollen als Ortsdetektive Ideen und Lösungen aufzeigen

Ziel: Jugendbeteiligung auf mehreren Ebenen

„Es geht grundsätzlich auch um Beteiligungsformen“. Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz brachte die Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen an den politischen Entscheidungsprozessen jetzt im Verwaltungsausschuss (VA) auf einen Nenner. Thematisiert wurden prinzipielle Vorgehensweisen. Diese sind das Ergebnis einer VA-Sitzung im Januar. Hier hat eine Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung mit Mitgliedern des Gemeinderats Möglichkeiten zur Beteiligung von Jugendlichen an der Kommunalpolitik diskutiert und Vorschläge für das weitere Vorgehen erarbeitet.

Die Konzeption, die jetzt im VA besprochen wurde, besteht aus den Bereichen Runder Tisch Jugendarbeit, Ortsdetektive, Jugendforum und Einzelprojekte.

Darüber steht allgemein die Jugendbeteiligung in Ilvesheim. Am Runden Tisch Jugendarbeit sollen alle mit Kinder- und Jugendarbeit befassten Personen – ob Jugendliche oder Erwachsene – mindestens einmal im Jahr Platz nehmen. Die Sitzung dient der Planung und Koordination von Veranstaltungen und Angeboten der Jugendarbeit, der Terminabstimmung und dem fachlichen Austausch untereinander. Mit den anderen Formen der Jugendbeteiligung soll es einen kontinuierlichen Austausch geben. Vereine und Verbände sind verantwortlich.

Verpflichtung im Bildungsplan

Das Projekt „Ortsdetektive in Ilvesheim“ richtet sich an die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule und der Schloss-Schule. Kinder sollen altersgemäß am kommunalpolitischen Geschehen beteiligt werden. „Es besteht die Möglichkeit die verschiedenen Einrichtungen, Angebote sowie Aufenthaltsorte ihres Lebensumfeldes zu bewerten sowie konkrete Lösungen und Ideen zur Verbesserung aufzuzeigen“, präzisierte Bürgermeister Metz. Das Projekt knüpft an die bereits nach dem Bildungsplan verpflichtend stattfindende Befassung mit der Gemeinde im Schulunterricht an. Deshalb sind auch die Schulen als Organisatoren gefordert.

Das Jugendforum stellt eine offene Beteiligungsform da. Hier sind alle Kinder und Jugendlichen der Gemeinde angesprochen, über unterschiedliche Angelegenheiten und Themen zu diskutieren sowie Ideen und Projekte für die Kommune zu entwickeln. Die Teilnehmer sollten zwischen acht und 18 Jahren alt sein.

Mindestens einmal im Jahr sollte der Kreis über Themen aus den verschiedensten Bereichen sprechen. Den Hut hat das Jugendzentrum auf. Schließlich ergänzen Einzelprojekte die regelmäßigen Angebote der Jugendbeteiligung. Damit kann, so Metz, auf aktuelle Fragestellungen kurzfristig reagiert werden – wie beispielsweise bei der Gestaltung der alla-hopp!-Anlage. Die Gemeinderäte befürworteten unisono die Ideen. Katharina Kohlbrenner sprach von einem guten Konzept für den Anfang. Man müsse aber, so die CDU-Sprecherin, offen denken und dranbleiben.

Interesse wecken

„Es ist wichtig, dass wir an den Schulen bleiben“, argumentierte ebenso Rolf Sauer. Der SPD-Rat empfahl eine Kooperationen zwischen den Vereinen, die Ferienspiele anbieten, und der Schulferienbetreuung. Vereine könnten, so Sauer, das Interesse der betreuten Kinder an ihrer Heimatgemeinde wecken.

Auch Michael Haug (Grüne) sprach sich dafür aus, an der Schule dranzubleiben. Als erfolgsversprechend bewertete Peter Riemensperger (Freie Wähler) die Ortsdetektive. Das bedeute für ihn aber nicht, die anderen Vorschläge nicht zu berücksichtigen. Bürgermeister Andreas Metz riet, für das Konzept Werbung zu machen.