Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Bewohner diskutieren über die künftige Nutzung der Beilstraße

Ab Oktober kommt eine Fußgängerzone

Archivartikel

Der Spielplatz in der Beilstraße mit dem davor gelegenen Platz, auf dem die Statue des Sackträgers steht, ist der soziale Mittelpunkt des Jungbusch, er ist Treffpunkt für die Anwohner, und auch Gastronomie ist hier zu finden. Noch können Fahrzeuge in die Beilstraße hineinfahren, doch das soll sich bald ändern, denn die Beilstraße soll von der Jungbusch- bis zur Böckstraße zur Fußgängerzone werden.

Großes Interesse

Hierzu sollen klappbare Poller errichtet werden, so dass Anwohner mit Garage, Zulieferer, Notdienste und Feuerwehr Zugang durch einen Schlüssel haben. Die einen Poller sollen auf Höhe der Böckstraße stehen, die anderen auf halber Strecke zwischen dem Ende des Spielplatzes und der Jungbuschstraße. Außerdem soll es Sitzpodeste unter Bäumen und Fahrradstellplätze geben.

Um die Pläne des Quartiersmanagement vorzustellen, gab es ein Bewohnergespräch, direkt vor Ort, auf dem Platz mit dem Sackträger. Das Interesse war groß, im Nu hatten sich rund 50 Leute versammelt, einige davon mit großer Diskussionsbereitschaft, sodass Quartiersmanager Michael Scheuermann gute Nerven brauchte.

„Seit vielen Monaten haben wir die Monitoringgruppe Jungbusch, die den Plan erarbeitet hat. Wir haben drängende Probleme, es ist eine große Herausforderung“, sagte Scheuermann. Auf dem Plan zur Umgestaltung der Fußgängerzone stehen nicht nur bauliche Veränderungen. Auch Dinge wie Reduzierung der Spielautomaten, verschärfte Drogenkontrollen und einen Ausbau der Spielplatzbetreuung werden genannt. Über letztere Punkte schien man sich einig zu sein, dafür gab es Kritik an den Fahrradstellplätzen, denn einer davon ist genau vor dem Spielplatz geplant.

„Wir wollen Fahrradstellplätze außerhalb der Poller“, forderten die Anwohner, worauf Bezirksbeirat Olaf Kremer schlichtend einsprang und mit weniger Nachdruck meinte, die Stellplätze sollten nicht in der Mitte der Fußgängerzone angebracht werden. Dafür forderte er ein „absolutes Nicht-Durchkommen für Autos“. Fußgängerzone bedeutet übrigens auch für Radfahrer: absteigen, schieben.

Mangel an Anwohnerparkplätzen

Auch über die Art der Poller wurde diskutiert. „Warum gibt es keine versenkbaren Poller, die um eine bestimmte Uhrzeit hochgefahren werden?“, fragte ein Anwohner. „Diese sind zu teuer und technisch noch nicht ausgereift“, antwortete Scheuermann, worauf das „technisch noch nicht ausgereift“ sofort heftig diskutiert wurde. Kritisiert wurden auch der Mangel an Anwohnerparkplätzen und die Verschmälerung der Gehwege durch Außengastronomie, sodass man mit Rollstuhl und Rollator nicht durchkommt. „Wie können wir das Zusammenspiel zwischen Gastronomie, Anwohnern, Familien, Studenten und Gästen so gestalten, dass der Jungbusch eine gute Balance hat?“, lautet die grundlegende Frage des Quartiermanagements, die offensichtlich nicht einfach zu beantworten ist. Baubeginn der Umgestaltung ist voraussichtlich im Oktober.