Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Die Band Matchtape spielen beim Jazz im Busch

Aktuelle Scheibe im Laboratorio vorgestellt

Vor voll besetztem Haus, oder besser gesagt, ehemaligem Ladenlokal, wurde die Reihe Jazz im Busch mit dem Trio Matchtape eröffnet. Mehr als 50 Leute durfte Veranstalter Steffen Rosskopf im Laboratorio 17 begrüßen. Die Band spielt stets im Schaufenster, das ist das Markenzeichen der Jazz-Reihe. Der charakteristische Klang der Band Matchtape entsteht durch eine Hammond-Orgel. Ursprünglich in den 30er Jahren für Kirchenmusik entwickelt, wurde sie bald schon im Jazz eingesetzt und erlebte ihren Höhepunkt in der psychedelischen Musik der 60er und 70er Jahre. Und genau dieser Unterton begleitet die Musik von Matchtape, auch wenn die Rhythmen noch so jazzig sind.

„Wir möchten heute unsere neue Scheibe vorstellen“, so Martin Meixner, Orgel-Spezialist. Wieso Scheibe? Wer benutzt denn noch dieses Wort? „Unser neues Album gibt es nur auf Vinyl, weil das besser klingt.“ So einfach ist das. An der Gitarre zu hören war Jörg Teichert, am Schlagzeug Christian Huber. Die drei Musiker lernten sich 2002 während ihrer Studienzeit an der Musikhochschule Mannheim kennen, doch das Trio Matchtape ist neu. Drei der selbst komponierten Titel sind quasi eine Frühstücks-Suite, denn sie heißen Good Morning, Coffee Cream und Butter Cake. Bei Letzterem benutzte Gitarrist Teichert eine Bariton-Gitarre. Das Stück klingt, als ob ein Schuss Rock’n’ Roll in den Butterkuchen gegeben wurde. „Die Bariton-Gitarre kommt selten vor. Als ich sie neulich ankündigte, hat jemand im Publikum gelacht, doch es gibt sie wirklich“, so Meixner, der zwischen zwei Darbietungen stets eine Anekdote aus dem Leben als Jazz-Musiker zu erzählen wusste.

Beim Publikum kam die Mischung aus Jazz, Pop, Beat und anderen Richtungen gut an, man klatschte begeistert nach jedem Stück. Die „Scheibe“, an deren Verkauf man erkennen konnte, wer tatsächlich noch einen Plattenspieler zu Hause hat, ist natürlich nicht in irgendeinem Tonstudio entstanden. „Wir waren in einem Studio auf der Schwäbischen Alb, in einem kleinen Ort, an dem man seine Ruhe hat. Aufgenommen wurde analog, mit einer Tonband-Maschine“, sagte Meixner.

Kulturamt fördert

Bei Matchtape ist eben alles ziemlich retro, nicht nur der Klang der Musik. „Ich bin sprachlos, dass heute so viele Leute da sind – und das, obwohl ich kein Werbefachmann bin“, sagte Steffen Rosskopf in der Pause. „Es gibt noch eine gute Nachricht. Uns gibt es seit vierzehn Jahren, und nun hat das Kulturamt festgestellt, dass Jazz im Busch wert ist, gefördert zu werden. Wir werden also Kooperationsmittel erhalten und freuen uns darüber.“