Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Treffpunkt für Arbeit und Qualifizierung in der Beilstraße eröffnet / 56 Teilnehmer nutzen neues Programm

Beratung direkt im Quartier

Vor wenigen Tagen eröffnete in der Beilstraße 19 ein Treffpunkt für Arbeit und Qualifizierung. Ziel ist die Arbeitsintegration von Migranten aus Rumänien und Bulgarien. Im Mittelpunkt stehen dabei Ratsuchende, die muttersprachliche Unterstützung brauchen, beziehungsweise diejenigen, die ihre beruflichen Kompetenzen im Ausland erworben haben und eine qualifikationsadäquate Beschäftigung suchen.

In neuen, hell und freundlich gestalteten Räumlichkeiten in dem durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG mit Unterstützung des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ sanierten Gebäude werden neben individueller Beratung und Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung auch zielgruppengerechte Sprachtrainings, Jobvermittlung und Informationen zur Vernetzung im Stadtteil angeboten.

Die Einrichtung des Treffpunktes ist Teil des Projektes „Qualifizierung und Integration von Zugewanderten in Mannheim“ (QUIZMA) der Stadt Mannheim in Kooperation mit der Biotopia Arbeitsförderungsbetriebe Mannheim gGmbH und dem Jobcenter Mannheim. „Ziel ist die Integration von Menschen aus den EU2-Staaten in den Arbeitsmarkt durch Sprachförderung und Qualifizierungsangebote“, erklärte Sozialbürgermeister Michael Grötsch.

Niederschwelliger Zugang

Aktuell sind 12 000 Rumänen und Bulgaren in Mannheim gemeldet. Viele von ihnen haben keinen Schulabschluss, beziehungsweise eine berufliche Ausbildung. Durch Unkenntnis der Sprache, Rechtslage und des Zugangs zum Arbeitsmarkt, seien diese Menschen besonders gefährdet, in die Anhängigkeit von Schlepperstrukturen zu geraten, so Grötsch. Damit ihre Integration in den legalen Arbeitsmarkt gelingt, beraten und qualifizieren die Mitarbeiter im Servicepoint die Ratsuchenden individuell.

„Der zentral im Stadtteil gelegene Treffpunkt ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zum Projekt“, freute sich Biotopia-Geschäftsführerin Sabine Neuber. Gemeinsam mit der in F 7 im Aufbau befindlichen Stadtteilwerkstatt hätten sie nun ein attraktives räumliches Gesamtangebot, betreut von insgesamt sieben Mitarbeitern. „Das Angebot wird von den Zugewanderten sehr gut angenommen“, berichtete Neuber.

Momentan nutzten 56 Teilnehmer das neue Programm. Der Treffpunkt für Arbeit und Qualifizierung ist ein weiterer Baustein innerhalb des Netzwerks von Mannheimer Hilfsstrukturen für zugewanderte Menschen aus Bulgarien und Rumänien. Für Jens Hildebrandt, Geschäftsführer des Jobcenters, „ist der neue Treffpunkt für Arbeit und Qualifizierung eine wertvolle Ergänzung zur Jobbörse in der Hafenstraße“.

Das Projekt QUIZMA knüpft mit dem neuen Treffpunkt nahtlos an das Erfolgsprojekt ZuWaMa (Zuwanderer Mannheim) an, durch das von 2015 bis 2018 über 200 Zugewanderte profitierten. Drei von ihnen berichteten bei dem Termin von ihrer erfolgreichen Eingliederung in den Arbeitsmarkt. So fand Desislava Kostova-Georgieva eine Anstellung als Schneiderin. Silvia Nikolova fand eine Beschäftigung im örtlichen Gemeinschaftszentrum Jungbusch. Der 53-jährige Evgeni Shishkov arbeitet beim Stadtteilservice von Biotopia.