Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Alphabetprogramm für Musiktheater begeistert

Bürgerchor wirkt erstmals in der Oper mit

Er besteht erst seit einem Jahr, probt mit kurzen Unterbrechungen immer mittwochs – anfangs im Hörsaal der Schlossuniversität, später in der Diakoniekirche Luther oder im Probezentrum des Nationaltheaters. Was dabei herausgekommen ist, kann sich hören lassen: Der Alphabetchor ist eine Einrichtung der Oper des Nationaltheaters und zielt mit dem Festival darauf ab, den Bürgern nicht nur das Musiktheater als Kunstform nahezubringen und ihnen die Scheu davor zu nehmen, sondern ihnen den Zugang dazu zu erleichtern und sie letztendlich aktiv daran teilnehmen zu lassen.

Gründung mit 400 Sängern

Während das Festival noch bis Juli 2018 die Bewohner der Quadratestadt nach und nach zu ausgewählten Opernvorstellungen einlädt, erhält der Bürgerchor die Chance, im großen Opernhaus aufzutreten und das Leben hinter den Kulissen und auf der Bühne hautnah mitzuerleben. Rund 400 Sänger hatten sich zur Gründungsveranstaltung am 23. April 2017 eingefunden und harrten gespannt der Projekte, die Chorleiter Joe Völker mit ihnen einstudieren wollte. Nicht sofort sollten sie in die Oper einsteigen, sondern behutsam mit Songs der großen Pop-Ikonen beginnen. Geprobt wurde die „Bohemian Rhapsody“ der Gruppe Queen und Leonhard Cohens legendäres „Hallelujah“.

Schon bald war der Chor perfekt vorbereitet für ein Popkonzert im Herbst, das zusammen mit hochkarätigen Solisten des Opernensembles das vollbesetzte Opernhaus begeisterte.

Erstmals ist der Alphabetchor nun in eine Operninszenierung integriert. Der Mannheimer Monteverdi-Zyklus, der in der vergangenen Spielzeit mit der „Heimkehr des Odysseus“ große Erfolge feierte, wurde nun mit der „Krönung der Poppea“ fortgesetzt. Drei eigens für den Chor arrangierte barocke Werke bereicherten die Aufführung – „eine gewaltige Herausforderung für die Laiensänger, noch dazu auf einer Bühne, die während der ganzen Aufführung unter Wasser steht“, stellte die Dramaturgin Cordula Demattio klar, und Joe Völker erinnerte an die anstrengende zeitliche Koordination der zusätzlichen Proben.

„Natürlich können nicht alle Chormitglieder die Oper begleiten, dafür reichen Kostüme und Masken nicht“, nannte der Chorleiter die Reduzierung der Teilnehmer auf 80 Sänger. „Die Anzahl der Teilnehmer schwankt von Fall zu Fall“, so Völker, und weist auf das nächste Projekt beim Sommer-Festival hin, das das Nationaltheater vom 12. bis 22. Juli veranstaltet. Hier werden Teile des Chores das Mannheim-Requiem von Jan Dvorak und die Frauen ein Roadmovie aufführen.

Das Opern-Einsteigerprogramm Alphabet wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Landesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Alphabetchor durch die Wohnungsbaugesellschaft GBG. cha