Innenstadt / Jungbusch

Östliche Innenstadt Bürgerverein stellt beim Neujahrsempfang Konzept für einen lebenswerten Stadtteil vor

Dem Müll den Kampf angesagt

Mit konzertierten Aktionen will der Bürger- und Gewerbeverein Östliche Innenstadt (BGV) gegen die Verschmutzung und Vermüllung des öffentlichen Raums im Stadtteil vorgehen. Beim Neujahrsempfang in der Aula der Eberhard-Gothein-Schule stellte 1. Vorsitzender Wolfgang Ockert den 70 Gästen Punkte des vom Verein entwickelten „Konzeptpapier – Lebenswerte Innenstadt“ vor.

Farbschmierereien an Häusern und Trafokästen, achtlos weggeworfener Abfall, wilde Müllablagerungen und weggeschnippte Zigarettenkippen: Es ist ein alltägliches Ärgernis für die Bewohner und Passanten in der Innenstadt. Um dagegen vorzugehen, hat der BGV verschiedene Lösungsansätze entwickelt. Wie die Schwerpunktaktion Müllkontrolle durch den Besonderen Ordnungsdienst (BOD). „Dabei sollen konsequent die Ordnungswidrigkeiten unter Anwendung des bestehenden Bußgeldkataloges geahndet werden. Die Aktionen sollten mehrsprachig und öffentlichkeitswirksam, auch in den sozialen Medien, angekündigt werden, ebenso eine abschließende Erfolgsbilanz“, führte Ockert aus.

Ferner möchte der Verein temporäre Müllstreifen der Abfallwirtschaft und des BOD und gegebenenfalls auch Bürger, die Verursacher inflagranti ansprechen. Zusätzlich fordert der BGV, dass durch temporäre Videoüberwachungen Orte, die immer wieder verunreinigt werden, überprüft sowie Kinder in der Schule über den Umgang mit Müll aufgeklärt werden.

Auch wildem Graffiti an Wohnhäusern und Stromkästen hat der BGV den Kampf angesagt. „Die wirkungsvollste Lösung ist die sofortige Beseitigung“, stellte Wolfgang Ockert fest. „Zum einen ist dann die Reinigung einfacher durchzuführen, zum anderen wird die Absicht der Sprayer, Aufmerksamkeit zu erringen, unterlaufen.“ Er schlug die Anschaffung eines Anti-Graffiti-Mobils vor, wie es schon in einem Projekt in Pforzheim erfolgreich im Einsatz ist. Dort werde die gemeinsame Aktion des Polizeipräsidiums, des Haus des Jugendrechts, der Maler- und Lackiererinnung sowie verschiedener Bürgervereine durch Zuwendungen aus Geldbußen und Spenden finanziert. Eingebunden sind zudem straffällig gewordene Jugendliche im Rahmen von gemeinnützig zu verrichtenden Arbeitsstunden.

Wichtiger Dialogpartner

Das Ärgernis achtlos weggeworfener Zigarettenkippen, ein riesiges Sondermüllproblem, könne man eindämmen, indem Geschäfte und Lokale verpflichtet würden, Zigaretten-Mülleimer aufzustellen und ihnen, wenn nötig, die Reinigung ihres Umfeldes auferlegt werde. Ockert plädierte im Übrigen dafür, die Straßenrinnen der östlichen Unterstadt, wie die in anderen Quadraten, mithilfe temporärer Parkverbote zu säubern. Die Umsetzung der Vorhaben sei eine große Herausforderung, weil es an vielen Stellen ansetze und die unterschiedlichsten Akteure anspreche. „Das Konzept der Green-City darf aber nicht beim Verkehr aufhören“, betonte Ockert vor den interessierten Zuhörern, darunter Bezirksbeiräte und Stadträte sowie der Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU).

Großes Lob für den BGV als Dialogpartner gab es von Stadträtin Isabel Cademartori (SPD), die die Neujahrswünsche des OB und des Gemeinderates überbrachte. Es gebe viele Themen, bei denen man auf die Rückmeldung aus der Bürgerschaft angewiesen sei. Der BGV sei ein wichtiger Ansprechpartner, um diese im Dialog mit der Politik und der Verwaltung zu sammeln und sich in den konstruktiven Austausch zu begeben. „Ich denke, das ist ganz wichtig, auch bei den unterschiedlichen Vorstellungen, die oft herrschen“, sagte Cademartori.

Zu der gelungenen Mischung von Reden und Unterhaltung trugen die jungen Musiker der Orientalischen Musikakademie (OMM) unter der Leitung von Mehmet und Ali Ungan bei, die für ihre Beiträge viel Applaus erhielten. Für das leibliche Wohl sorgten fleißige BGV-Mitglieder mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken, bei denen gerne zugegriffen wurde.