Innenstadt / Jungbusch

Die Ausformulierte Vereinbarung

Archivartikel

Die Prozessbeteiliten haben die "Jungbusch-Vereinbarung" wie folgt ausformuliert.

Wir im Jungbusch...

  • ... bieten Wohnraum für alle und behandeln Mieterinnen und Mieter fair. Es besteht ein Bedarf an preiswertem Wohnraum, bereitgestellt durch die städtische Wohnbaugesellschaft GBG und durch private Eigentümer. Gleichzeitig besteht auch ein Interesse an großflächigen, angemessen sanierten Wohnungen, besonders für Familien mit Kindern. Ein gemischtes Wohnen trägt dazu bei, dass die schulischen und sozialen Einrichtungen ebenfalls durchmischt sind, was die Chancen von allen Kindern erhöht. Die Stadt berät Eigentümerinnen und Eigentümer zu gefördertem Wohnbau und greift auch selbst in den Wohnungsmarkt ein. Eigentümerinnen und Eigentümer haben eine soziale Verantwortung und beteiligen sich daran, für eine soziale Durchmischung zu sorgen. Gewerbliche Airbnb-Vermietungen wollen wir nicht, weil damit Wohnraum dem Quartier entzogen wird. Bei Mietkonflikten werden zunächst keine Anwälte, sondern das Quartiermanagement angerufen. Mieterinnen und Mieter werden durch vermittelnde Angebote unterstützt - wir sprechen bei Konflikten miteinander.
  • ... bleiben sauber. Gastronomen und Gastronominnen achten darauf, dass Gäste das Quartier nicht mit Müll verschmutzen. Besucherschaft und Bewohnerschaft entsorgen ihren Müll ordnungsgemäß. Die Stadt reinigt Gehwege, stellt Mülleimer sowie Pfandkisten bereit und informiert über Sperrmüll-Regeln.
  • ... sind Nachbarn, die aufeinander achten. Alle beteiligen sich daran, einen lebenswerten Jungbusch zu schaffen. Die gemeinsamen Projekte und Feste stärken unsere Nachbarschaft und lassen den Geist dieser Vereinbarung weiterleben. Gastronomen und Gastronominnen halten eine angemessene Lautstärke ein, respektieren die Nachtruhe und sorgen dafür, dass Gäste es auch tun. Bei akuten Konflikten werden die kommunalen Ordnungsdienste gerufen. Bei andauernden Problemen wird der Nachtbürgermeister informiert.
  • ... leben und handeln umweltbewusst, auch als dichtbesiedeltes Quartier. Wir schützen das Klima und nutzen, wo möglich, das Fahrrad oder den ÖPNV und begrünen Fassaden, Dächer und Innenhöfe. Eigentümerinnen und Eigentümer investieren in ihre Häuser, um sauberer und klimafreundlicher zu werden. Die Stadt fördert diese Entwicklung durch Verbesserung der ÖPNV- und Fahrradinfrastruktur.
  • ... wollen ein lebenswertes Viertel bei Tag und bei Nacht. Ein lebendiger Stadtteil besteht aus mehr als nur Nachtleben. Eigentümerinnen und Eigentümer vermieten läden auch an Gastronomie und Geschäfte mit Tagesbetrieb sowie familienfreundliche Einrichtungen. Glücksspiel, Shisha-Bars und Wettläden brauchen wir nicht.
  • ... wollen sicher leben. Drogenhandel und Gewalt haben im Jungbusch nichts zu suchen. Insbesondere auch Mädchen und Frauen müssen sicher leben können.
  • ... schützen und stärken unsere Kinder. Für Kinder im Jungbusch gibt es viele Bildungsangebote. Durch eine abgestimmte Zusammenarbeit und Mitwirkung der Bildungs- und Sozialeinrichtungen, das Einhalten der Aufsichtspflicht der Eltern sowie das offensive Eingreifen des Jugendamtes werden die Kinder gestärkt.
  • ... pinkeln nicht auf die Straße, auf Spielplätze oder in Hauseingänge (denn wir haben Toiletten). Gastronomen stellen ihre Toiletten auch ohne Konsumzwang zur Verfügung.
  • ... halten Verkehrsregeln ein, rasen nicht und parken fair und ordentlich. In der Fußgängerzone wird nicht geparkt, Taxis blockieren nicht bei laufendem Motor die Straßen. Haltestellen des ÖPNV werden aufgewertet, sicherer und besser ausgeschildert, Anwohner- und Kurzzeitparken werden verbessert und alles regelmäßig kontrolliert. Ausweichmöglichkeiten außerhalb des Stadtteils werden beschildert und genutzt.
  • ... fördern Kreativität im Quartier und leben diese gemeinsam. Egal, ob in der Schule, in den Gründerzentren, in Unternehmen und in sozialen Einrichtungen - der Jungbusch lebt von Kreativität, die gemeinsam gelebt wird.
  • ... stärken unsere Demokratie und engagieren uns. Wir nehemn an der lokalen Demokratie teil, unter anderem durch Beteiligung an den Wahlen und der Willensbildung in den Gremien des Quartiers, um die offene Atmosphäre des Jungbuschs auch kommunal weiterzuentwickeln.  (jor)
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