Innenstadt / Jungbusch

Oststadt Anwohner ärgern sich über den penetranten Geruch / Stadt sorgt nicht für die versprochene Beseitigung der Früchte

Die Ginkgos stinken zum Himmel

Es müffelt in der Ifflandstraße. Und das nicht zu knapp. Mehrere Ginkgo-Bäume werfen dort ihre Früchte ab. Zerplatzen die mirabellenartig aussehenden Früchte oder werden sie zertreten, riechen sie widerlich. „Die Ginkgos stinken von Oktober bis April penetrant nach Erbrochenem“, ärgert sich Anwohnerin Jutta Geil-Bierschenk.

Autos zerquetschen Früchte

„Wenn Besucher kommen, sagen sie, kaum sind wir hier in Mannheim, stinkt es nach Kotze – dabei ist es doch eigentlich eine gute Wohngegend“, sagte sie. Bis zur Bordsteinkante reinigten die Anwohner den Gehweg. Ab da sei es öffentlicher Bereich. Doch die Stadt komme ihrer Reinigungspflicht nicht nach. Durch die parkenden Autos würden die Früchte zerquetscht.

Die aussteigenden Autofahrer verteilten den Fruchtmatsch dann mit ihren Schuhsohlen über den gesamten Gehweg. Sie habe wegen dieses Problems auch schon mehrfach die Verwaltung angeschrieben – doch keinerlei Reaktion bekommen. „Der Ginkgo ist ein schöner Baum. Aber die Früchte stinken einfach zu stark“, sagte auch Anwohnerin und SPD-Stadträtin Helen Heberer. Ihr sei es schon peinlich, wenn Besucher kommen würden. Fünf weibliche Ginkgos – die männlichen Bäume tragen keine Früchte – stehen an der westlichen Straßenseite. Sie habe die Früchte auch schon mal weggefegt, so Heberer. „Doch die Geruchsbelästigung ist nicht das einzige Problem, außerdem wird durch die herabfallenden Früchte der Autolack verätzt“, sagte sie.

Die Bäume wurden vor rund 25 Jahren auf Wunsch der Anwohner von der Stadt gepflanzt. Damals konnte man beim Pflanzen weibliche und männliche Bäume nicht unterscheiden. Der Ginkgo-Baum trägt erst nach etwa 20 Jahren. Daher wurde das Problem erst vor ein paar Jahren akut. Es hatte deshalb auch schon einmal vor etwa fünf Jahren eine Bürgeraktion gegeben (wir berichteten). Damals hätten sie die Verwaltung zunächst aufgefordert, die Bäume ganz zu beseitigen. Doch dazu gebe es unterschiedliche Meinungen auch bei den Anwohnern – das habe die Verwaltung damals erklärt.

Die Ginkgos stehen nur auf einer Seite der Straße. Die Anwohner der gegenüberliegenden Seite haben das Problem nicht. „Der Vorschlag, die Früchte mit Netzen aufzufangen ist nicht realisierbar, es gibt keine dauerhafte Lösung des Problems“, bedauerte Heberer.

Einzige Möglichkeit sei, die Früchte nach dem Herabfallen zu beseitigen. Das habe, nachdem die Anwohner auf Austausch der Bäume verzichtet hatten, der Leiter des städtischen Fachbereichs Grünflächen, Markus Roeingh, ihr auch „in die Hand versprochen“. Als dies in diesem Jahr nicht geschah, habe sie ihn an sein Versprechen erinnert. „Die Straßenreinigung war da – allerdings hat sie von den fünf Bäumen ganze drei vergessen“, zeigte Heberer bei einer Begehung vor Ort. Dort sieht es aus wie zuvor – und es stinkt weiterhin.