Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Ausstellung in der Volkshochschule mit Werken von Christine Rösch zu Mannheim, Musik & Malerei

„Ein bisschen ein Abendakademiekind“

Archivartikel

Rechts trägt sie einen großen Notenschlüssel an ihrem Ohrring, links einen kleinen Bleistift. Beides symbolisiert das, was der Künstlerin Christine Rösch viel bedeutet. Malen, Musik - und eine Kombination davon. Diese beiden Leidenschaften finden Ausdruck in ihren Bildern, die sie im Foyer der Mannheimer Abendakademie ausstellt. Viele musikalische Motive gibt es zu sehen, viele Mannheimer Motive, oft das Gebäude, welches die Mannheimer emotional verbindet – der Wasserturm.

Malkurse bei Riki Strassler

„Ich freue mich sehr darüber, dass Christine Rösch ihre Werke in unseren Räumen präsentiert, denn sie ist so ein bisschen ein Abendakademiekind“, verrät Gerlinde Kammer von der Mannheimer Abendakademie sichtlich stolz anlässlich der Vernissage. Denn nicht nur ihre ersten Malkurse habe Christine Rösch vor 15 Jahren in dieser Volkshochschule bei Riki Strassler besucht. Schon viel früher habe sie als Gitarrenschülerin hier begonnen, um dann vor 25 Jahren selbst als Dozentin für Gitarrenunterricht einzusteigen.

Seit einem Jahr unterrichte sie zusätzlich Ukulele. Viele ihrer Schüler sind unter dem foyerfüllenden Publikum. Einige haben sich zu einem Ensemble zusammengeschlossen und umrahmen mit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt die Ausstellungseröffnung.

Der Künstlername ist Chris Rös. Die sympathische talentierte Malerin ohne irgendwelche Allüren ist eine echte „Mannemerin“. Fast echt. Seit ihrem sechsten Lebensjahr wohnt sie hier. Der Wasserturm hat sie schon immer fasziniert. „Am Anfang dachte ich, der ist so schön einfach abzumalen, man erkennt ihn ja immer wieder“, erzählt sie, „wenn man ihn jedoch im Detail malen möchte, wird’s schwierig“.

Aber nicht nur das Optische interessiert Christine Rösch am Wasserturm, auch dessen Werdegang findet sie spannend. Wann er erbaut wurde, oder wie sich die Mannheimer Bürger nach der Zerstörung des Turms gegen den Siegerentwurf eines Architekten gewehrt haben, der einen neuzeitlichen Aufsatz vorsah. „In einer Collage habe ich als Unterlage für meine Ölkreidezeichnung viele Artikel aus dem Mannheimer Morgen verwendet, der über diese Dinge berichtet hat“, erläutert sie und zeigt auf eines ihrer Bilder.

Zurzeit ist abstrakte, moderne Malerei ihr Favorit: „Da muss ich nicht so viel nachdenken, da fange ich einfach an“. Ein eigenes Atelier wäre ein Traum für die vielseitige Künstlerin, die auch an der ehemaligen Kölner Malschule auf dem Lindenhof Kurse zu den unterschiedlichsten Techniken und Stilrichtungen besucht hat. „Ich male im Wohnzimmer nach Vorlage von meinen unzähligen Fotos“, erklärt sie. Aufbewahren müsse sie ihre Kunstwerke im Keller. „Die Motive sind mit Acryl, Tusche, Kohle oder Ölkreide gemalt“, erläutert Sandra Jenewein, eine Gitarrenschülerin, die die Einführung in die Ausstellung übernommen hat. Bei einigen Bildern seien Besonderheiten dabei. Der Fernmeldeturm in der Spachteltechnik zum Beispiel, oder der Wasserturm mit Tusche auf Seide gemalt. Auch die Stilrichtungen seien ganz unterschiedlich. Futuristische und pointillistische, aber auch impressionistische Interpretationen sind zu finden.

Schwerpunkt Musik

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Musik. Collagen auf alten Notenblättern mit Ölkreide gemalt, verschiedene Darstellungen von Musikinstrumenten. Und, wie könnte es anders sein, die von dem Gitarrenensemble für das Spiel der Spanischen Impressionen und anderen Weisen verwendeten Gitarren sind zum Teil ebenfalls Kunstwerke. Mit Acrylfarben hat sie Christine Rösch zu den Themen Ägypten, Mannheim, Amerika und Frankreich bemalt.

Es ist unschwer zu erraten, welches besondere Gebäude von Mannheim auch hier seinen Platz gefunden hat…