Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Schüler der Internationalen Malschule präsentieren Ergebnisse eines besonderen Projekts

„Etwas gegen die Verrohung der Gesellschaft tun“

Archivartikel

Es ist ein ganz besonderes Projekt, das mit einer beeindruckenden Präsentation im Café am Rathaus seinen krönenden Abschluss fand: Unter dem Motto „Gegen die Verrohung der Gesellschaft“ haben sich Schüler der Internationalen Malschule in den zurückliegenden Wochen in Zusammenarbeit mit ihrer Lehrerin Christine Behrens mit diesem düsteren Kapitel beschäftigt.

Angeregt wurde Behrens zu dem ungewöhnlichen Projekt durch einen Artikel im „Mannheimer Morgen“ über Andrea Costa. Der Bürgermeister der italienischen Gemeinde Luzzara (in der Emilia-Romagna) hatte zu Jahresbeginn ein „Boshaftigkeitsverbot“ in seiner Gemeinde erlassen. Wer dagegen verstößt, muss Bücher lesen oder ins Museum gehen.

„Das ist eine fantastische Idee, besonders in der heutigen Zeit, in der in den sozialen Netzwerken viel gehatet und gedizzt wird“, fand Behrens. Ziel des Projektes sei es gewesen, dass sich jungen Menschen über die allgemeine Verrohung Gedanken machen und ihnen darzulegen, welche Auswirkungen Rassismus, Intoleranz und eine Gewaltherrschaft auf unsere Gesellschaft hat. Zur Präsentation der Ergebnisse konnte Behrens neben Alexander Manz als Leiter der AWO als Träger der Internationalen Malschule auch den früheren evangelischen Dekan Günter Eitenmüller, den Referenten des Oberbürgermeisters, Petar Drakul, die Bezirksbeiräte Isabel Cademartori (SPD) und Christian Kirchgässner (CDU) sowie Tefik Ramodani vom Migrationsbeirat unter den Gästen begrüßen.

Schaulust angeprangert

Insgesamt acht Präsentationen erwarteten die Gäste im Obergeschoss des Cafés am Rathaus. Den Auftakt bildete eine musikalische Einstimmung durch Can Porazan, (Gitarre). Die Präsentation enthielt auch für die Gäste noch manche überraschende Information. Etwa die, dass die 14-jährige Sude Ükil mit den Worten des italienischen Bürgermeisters zum Lesen von guten Büchern und mehr Kreativität aufrief. Sarah Memic prangerte die Schaulust der Menschen an.

Die 14-jährige Julia Drengemann beleuchtete die Gefahren der sozialen Netze. Mario Petrov rief mit den Worten von Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad zur Achtung vor anderen auf. Sven Kaulbarsch (26 Jahre) wies auf die Auswirkungen von Arbeitsverlust in Familien hin. Mit Artikel I des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – rief Cena Kserawy (18 Jahre) dazu auf, sich seiner eigenen Würde bewusst zu werden. Mit dem Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius („Auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt“) forderte Jahya Modarati (24 Jahre) dazu auf: „Lass ihn uns gehen!“

Seit 15 Jahren begleitet Christine Behrens mit ihrer Internationalen Malschule junge Menschen im Alter von 14 bis über 30 Jahren aus verschiedenen Kulturen. „Der Umgang ist sehr offen, neugierig respektvoll; wir reden viel, auch über gesellschaftliche Probleme“, sagte sie. Ihre Botschaft an die Gäste: „Offen sein gegenüber anderen Menschen und sie so lieben, wie sie sind.“ Beim internationalen Büffet nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.