Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt SPD lädt zum Stadtteilgespräch ein / Diskussion über Parkleitsystem und Verkehrsberuhigung

„Fahrer ignorieren Leitschilder“

Mehr als 30 Bürger und Gewerbetreibende nahmen an der Stadtteilbegehung der SPD-Gemeinderatsfraktion und der SPD-Ortsvereine (OV) Innenstadt/Jungbusch teil. „Schwerpunkt des Stadtteilgesprächs ist die Verkehrssituation in den Quadraten“, sagte OV-Vorsitzende Isabel Cadematori. Den vielen in der Innenstadt noch wohnenden Menschen sollte Priorität eingeräumt werden. Dies sei nur realisierbar durch eine Reduzierung der Verkehrsströme.

Staus an den Tiefgaragen

Gleichzeitig sollte die Innenstadt für Besucher erreichbar sein. Ein Problem seien die Parksuchenden sowie die Staus in Richtung Marktplatz und aus Richtung Wasserturm. „Mit einem intelligenten Parkleitsystem soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erhöht werden“, forderte Cademartori ebenso wie „einen Anreiz für unternutzte Parkhäuser.“ Anwohner Dino Oberle bemängelte hingegen: „Die Parkhäuser sind nicht vernünftig geplant. Die verkürzten Einfahrten führen zu Staus.“

Christa Backhaus-Schlegel vom Fachbereich Tiefbau wies darauf hin, dass die Parkleitschilder am Kurpfalzkreisel anzeigen, wie viele Plätze in der Marktplatzgarage noch frei sind. Dennoch stellte sie fest: „Die Autofahrer ignorieren das .“ Die Anregungen greife sie gerne auf, aber auf das Kundenverhalten hätten sie keinen Einfluss.

Wolfgang Ockert, Vorsitzender des Bürger- und Gewerbetreibenden Östliche Innenstadt, fand auch Raum für Kritik, da das erste Parkhaus in K1 in Richtung Marktplatz nicht ins Parkleitsystem aufgenommen worden sei.

Poller halten Autos ab

„Deshalb fahren Auswärtige dran vorbei“, so Ockert. Er bat die türkischen Gewerbetreibenden, ihre Kunden darauf aufmerksam zu machen.

Mehmet Halici, Vorsitzender Ortsverein Marktplatz Mannheim e.V. (OMMA), schlug vor, an der Kreuzung bei der Marktplatztiefgarage ein Schild mit dem Hinweis anzubringen, dass die Parkhäuser C 1 und C 2 nicht weit entfernt sind.

Als „schönen Erfolg“ wertete Cademartori die neugestaltete Straße hinter dem Marktplatz zwischen G- und H-Quadraten. Dort sorgen Poller jetzt für breitere Gehwege und dass kein Auto mehr an der Straße abgestellt werden kann. Außerdem wurde der Fahrradweg auf der Straße entlang des Marktplatzes durch Hütchen gesichert.

Ladezonen zugestellt

Einige Bürger bemängelten, dass häufig die Ladezonen zugeparkt werden. Angela Kräft, Vorsitzende des Bürgervereins Innenstadt West Mannheim e.V., fand, auch die Quadrate G 4 bis 7 könnten eine Verkehrsberuhigung vertragen: „Es muss keine Fußgängerzone sein, sondern ein paar mehr Parkplätze für die Gastronomiebetriebe.“

Wünschenswert sei zudem eine 20er-Zone wie in Q6/ Q7. „Wenn ein Einkaufszentrum das bekommt, wollen wir das auch für die Bewohner am Spielplatz in H6, wo die Kinder über die Straße tollen.“ Letzte Station der Stadtteilbegehung war der Paradeplatz. „Ein Problem hier ist die Kunststraße als Durchfahrtstraße aus Richtung Ludwigshafen“, erklärte Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer. Das Gleiche gelte für die Fressgasse.

Überlegungen den Verkehrsraum temporär zum Stadtraum zu machen, wie bei „Monnem Bike“ kamen beim Stadtteilgespräch ebenfalls auf. „Das würde uns natürlich stark treffen“, kritisierte Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim City. Sie seien gegen eine totale Sperrung. „Diese ist nur möglich, wenn sie nicht zur Belastung an anderer Stelle wird.“

Dazu erklärte Ockert, dass die Unterbrechung des nächtlichen Durchgangsverkehrs wichtig wäre. Dann komme man auch nicht in Konflikt mit dem Einzelhandel. „Versuchen wir es einfach mal“, meinte Cademartori. Dafür müssten auch nicht gleich Millionen Euro aufgewendet werden. Ein paar Blumenkübel täten es auch.