Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Gelungener Start der neuen Reihe im Dalberghaus

Faszinierende Collage aus Musik, Literatur und Malerei

„Wenn ich in den Himmel schau‘ – physikalische Phänomene umgesetzt in Malerei, Lyrik und Musik“ lautete der Titel eines außergewöhnlichen Abends, zu dem die Musikbibliothek der Stadtbibliothek Mannheim ins Dalberghaus eingeladen hatte. Die Collage aus Malerei, Literatur und Musik sorgte für einen kurzweiligen Abend und begeisterte das Publikum.

Bibliotheksleiterin Stefanie Bachmann und Susanne Schönfeldt, Leiterin der Musikbibliothek im Dalberghaus, konnten zum Start der neuen Veranstaltungsreihe „Musik und Literatur im Dalberghaus“ mit einer Rarität der etwas anderen Art aufwarten: nämlich einer Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Der Dalbergsaal war zum intimen Konzertsaal umgewidmet, ein Flügel prunkte vor Bildern an der Wand. Der Malerei-, Literatur- und Musikabend ermöglichte den Gästen einen besonderen Zugang zum Herzen und zur Seele. Beim Kulturspaziergang zuvor stand die Physik im Mittelpunkt – das Thema wurde köstlich aufbereitet vom Physiker und Hobbymaler Herbert Wolz. Er hat sich von astronomischen und physikalischen Phänomenen zu einer Reihe von Gemälden inspirieren lassen. Amüsant und kurzweilig stellte er neun Leuchttürme in der Physiklandschaft dar: Da werden auf einer alten Holztür physikalisch inspirierte Worte wie Urknall oder „Big Bang“ umgesetzt in eine wahre Farbexplosion. Mit Pinsel und Farbe erklärte der Ladenburger Künstler die wichtigsten, derzeit kursierenden Theorien zur Entwicklung und Eigenschaften des Universums.

Hintersinnige Verse

Dass die Lichterzeugung etwas ganz besonderes ist in der Physik, zeigten auch die Lyrikerinnen Kristin Wolf und Christiane Hedtke, beide Mitglieder des Mannheimer Literaturvereins Räuber ‘77, die in kurzen, hintersinnigen, zum Nachdenken anregenden oder amüsanten Versen die Bilder von Herbert Volz ins rechte Licht rückten. Ein wahres Meisterstück. Ein kultureller Leckerbissen war auch die szenische Lesung zur Malerei von Herbert Wolz durch die virtuose Untermalung durch Kirchenmusiker Christian Kurtzahn. Die strenge Aufteilung in Malerei und Lesung hier und Musik dort war gänzlich aufgehoben. Bilder, Lesung und Konzert bildeten eine ineinander verwobene Symbiose rund um das spannende Thema der physikalischen Phänomene. Eine szenische Lesung, voller Emotion – getragen von den expressiven Klängen des Pianisten. Ein Experiment. Ein voller Erfolg.

Es war einer dieser Abende, welche die Stadtbibliothek mit integrierter Musikbibliothek zu etwas Besonderem machen, ihren Ruf als Perle im städtischen Kulturbetrieb unterstreicht. Eine gelungene Gesamtaufführung – viel zu schade, um sie „nur“ einmal zu erleben.