Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Migrationsbeirat zieht Bilanz nach fünf Jahren Mitwirkung in der kommunalen Politik

Im Hintergrund Türen geöffnet

Seine Mitglieder sitzen mittlerweile in allen Fachauschüssen der Stadt und sind zu einer Stimme für Migranten geworden. Seit fünf Jahren wirkt der damals neu gegründete Migrationsbeirat nun schon in der Stadt und setzt sich ein für alle Mannheimer mit Migrationshintergrund.

Vom Bildungsworkshop „Teach Frist“ über Podiumsdiskussionen über das Zusammenleben in Vielfalt bis hin zum Infostand, der darüber aufklärt, das Menschen mit Migrationshintergrund wählen gehen sollten – längst ist bei vielen Aktionen in der Stadt auch immer ein Mitglied des Migrationsbeirats dabei. Heute ist das Gremium gut vernetzt, wird oft um Rat gefragt, wenn es um gelebte Integration geht. Das aber besonders die Anfangszeit schwer war, daran erinnern sich noch einige: „Die erste Hürde war es, uns selbst zu definieren. Hier gibt es keinen Platz für die Politik der Herkunftsländer, sondern vielmehr für das, was uns alle verbindet: Wir sind in erster Linie Mannheimer“, finden die Mitglieder.

„Gewaltiger Sprung“

Sie sind stolz darauf, seit knapp einem Jahr endlich das Recht zu haben, in den Fachausschüssen sprechen zu dürfen und selbst Anträge stellen zu können. „Das ist ein gewaltiger Sprung und war ein langer Kampf“, sagt der Vorsitzende Miguel Angel Herce. Das Gremium, ist selbst Mitglied in vielen Netzwerken und Bündnissen, arbeitet mit der Flüchtlingsinitative „Save Me“ zusammen und tauscht sich regelmäßig mit dem Stadtjugendring und der Malteser Migrantenmedizin aus, die ehrenamtlich Menschen ohne Versicherungsschutz behandelt.

Besonders stolz ist das Gremium über die Aufnahme von sechs neuen Vereinen, davon vier mit Migrationshintergrund, in den Stadtjugendring. Denn dafür hatte sich der Migrationsbeirat besonders bei Oberbürgermeister Peter Kurz stark gemacht. Auch für die neue Amtszeit haben die Mitglieder schon neue Pläne ins Auge gefasst: Sie wollen sich dafür einsetzen, dass an Mannheimer Schulen und auch in Baden-Württemberg Kinder mit Migrationshintergrund in einem zusätzlichen Fach ihre Herkunftssprache unter staatlicher Aufsicht lernen können.

Mittlerweile kennen viele die Arbeit des Migrationsbeirats und wollen selbst aktiv sein: Für die neue Amtsperiode gibt es bereits viele neue Bewerber, die sich als neue Migrationsbeiräte aufstellen lassen wollen. Denn nach fünf Jahren kann man hier sagen: „Unser stetiges Nachhaken wirkt. Wir haben im Hintergrund viele Türen geöffnet“, zieht Herce Bilanz. lia