Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Mannheimer Traditionscorps feiert erstmals im Gartensaal des Barockschlosses den Ehren- und Offiziersabend

Kommandant auf Abschiedstour

In einem absolut zum Anlass angepassten Ambiente feierte das Mannheimer Traditionscorps seinen Ehren- und Offiziersabend: Das Barockschloss war ganz einfach von den Gardisten und ihren Freunden „besetzt“. Insgesamt 16 Beförderungen und zwei Neuaufnahmen wurden in dem alten Gemäuer gefeiert.

Den musikalischen Rahmen mit Oldies und Gassenhauern boten die „Kirchberger“ aus Berg in der Pfalz. Dazu wurde ein Drei-Gänge-Menü serviert, das sich sehen und schmecken lassen konnte. Dass das Traditionscorps die Sache – wie es eben Brauch ist – nicht ganz so Ernst nahm, war schon an den Gesichtern beim Einmarsch zu ersehen.

Doch vor den Beförderungen stand erst einmal der Besuch der Stadtprinzessin Miriam I. auf dem Programm. Mit ihrem Gefolge betrat die närrische Hoheit den festlich geschmückten Saal und verkündete ihr Motto, nachdem Kommandant Steffen Kling die Jubiläumsprinzessin der Grokageli, Prinzessin der Stadt Mannheim und der Kurpfalz besonders begrüßt hatte. Der Einmarsch des Corps geriet zu einem Schaulaufen, denn die Gardisten wurden im Vorraum de Schlosses noch einmal genau aufgestellt und ausgerichtet. Dass das mit den Kommandos „Säbel hoch“ oder „Augen geradeaus“ anschließend nicht ganz klappte, gehört zu den närrischen Auftritten dieses Corps und wurde mit Schmunzeln aller Beteiligten quittiert.

Zahlreiche Beförderungen

Befördert wurden vom Kommandanten und Ehrenkommandanten sowie Generalfeldmarschall Robert Fitzgerald, Chevalier de la Champagner, beispielsweise Andreas Lenner, der Chevalier du Porte de Monnaie zum Generalmajor. Michel Maugé, der Duc de la Rose, wurde nicht zuletzt wegen seines Bemühens, dass die Veranstaltung zum ersten Mal im historischen Gartensaal stattfinden konnte, ebenfalls zum Generalmajor befördert. Sascha Wagner, Maximilian von Gourmetissimo, darf sich nun Oberfähnrich nennen.

Dass bei all diesen Beförderungen unter dem närrischen Hochadel die Stimmung erhalten blieb, war nicht zuletzt der guten Laune des Kommandanten zu verdanken, der die Besucher mit launigen Sprüchen immer wieder zum Lachen brachte. Selbst wurde Kling, der immer wieder betonte, dass dies seine letzte Kampagne als Kommandant sei, mit dem „Goldenen Greif mit Rubin“ ausgezeichnet. Carlos Dörrsam wurde mit der Ehrennadel geehrt und als „Aspahltcowboy vom Wagenpark” zum Ehrenoffizier ernannt.

Schon beim Eintreffen der Gäste war zu erkennen, dass diese Veranstaltung einen untrüglich karnevalistischen Anschein hatte, denn vor dem Schloss standen zwei Wachhäuschen, in denen zwei Gardisten „Dienst“ schoben. Diese Häuschen waren in Mannheim gefertigt, später in der benachbarten Karnevalshochburg Mainz in Blau, Gelb und Rot angestrichen und anschließend vor dem Mannheimer Schloss aufgestellt worden. Erst am nächsten Tag wurden diese Häuschen dann wieder entfernt.

An Militär angelehnt

Mit Witzen und Sprüchen sorgten Bauchredner Andreas Knecht mit seinem Vogel Gregor für viel Gelächter im Saal. Das Traditionscorps war zu dem feierlichen Anlass mit 29 Mann angetreten. So viele Gardisten in einem Corps gibt es im Süden Deutschlands kaum – ein untrügliches Zeichen, dass es gut um die Kurpfälzer Fasnacht bestellt ist.

Ziviler Ungehorsam bei der Bevölkerung war es einst, der die Militaires verballhornte. So entstanden die an die französische Militärregierung angelehnten (närrischen) Elferräte, Feldmützen, Orden und vor allen Dingen – die persiflierenden uniformierten Garden.