Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Mädchen-Soul-Band Schogettes begeistert beim Nachtwandel

Laut, schräg, ironisch

Archivartikel

„Wie ihr alle inzwischen wisst, sind die Schogettes durch ein schwarzes Loch aus den 1960er Jahren in die heutige Zeit geraten“, erklärte Sängerin und Gitarristin Iris Orth alias Irisette Schogette dem Publikum. Und wenn die Schogettes dann schon mal im Jahr 2018 sind, können sie auch direkt beim Nachtwandel auftreten.

Das Gemeinschaftszentrum in der Jungbuschstraße platzte fast aus allen Nähten, denn die Schogettes haben ihre treuen Fans, die ganz vorne an der Bühne mittanzen und -singen. Die Schogettes sind eine Mädchen-Soul-Band, bei der auch drei Jungs mitspielen. Die Musikerinnen tragen stets einheitliche Sixties-Kleidchen, ganz wie ihre Vorbilder The Chiffons oder The Supremes.

Auch wenn sie die Songs und das Aussehen der damaligen Zeit übernommen haben, das Frauenbild haben sie nicht durchs „schwarze Loch“ geschmuggelt, das Püppchen-Image ist auf der Strecke geblieben. In den 16 Jahren ihres Bestehens gab es häufige Umbesetzungen, von den Gründungmitgliedern ist nur noch Irisette mit dabei.

Witzige Vornamen

Markenzeichen der Band ist es, den eigentlichen Namen abzulegen und einen witzigen Vornamen mit Endreim zu finden: so nennt sich der Keyboarder beispielsweise Spätzlesbrett Schogette, die Bassistin heißt Omelette. „Wir wollten 2002 eine Girl-Group nach dem Sixties-Vorbild gründen, da der damalige Soul ein besonderes Gefühl transportiert. Außerdem wollten wir anders klingen, als das, was im Radio läuft. Man hat das Gefühl, im Radio laufen seit Jahren nur dieselben Lieder, ab und an kommt man eines dazu“, sagte Irisette. Die Schogettes klingen definitiv anders, denn Songs wie „Nothing But A Heartache“, „Fever“ oder „He’s So Fine“ laufen höchstens in Sondersendungen spätabends im Radio und werden im Volksmund als „Oldies“ bezeichnet – was die eingefleischten Fans dieser Musikrichtung nicht gerne hören.

Die Schogettes traten beim Nachtwandel zu acht auf, zur klassischen Band-Besetzung mit Gitarren und Schlagzeug kamen noch Trompete, Saxophon und Orgel dazu, um die Klangvielfalt zu steigern. Auch selbst komponierte Lieder standen auf dem Programm wie „Wobbly Wetsuit“ oder „Louhaven“, bei dem es um Iris’ Heimatstadt Ludwigshafen geht – die Sängerin wohnt in Rheingönheim.

Auch wenn alles laut, schräg und ironisch zu sein scheint bei den Schogettes, Irisette hat bei jedem Konzert eine Friedensbotschaft dabei: „Die Ressourcen reichen für alle. Wir müssen uns zusammenschließen und lernen, zu teilen.“ Doch bevor Woodstock-Feeling aufkommen konnte, wenn auch ohne Schlammschlacht, ging es lautstark weiter mit dem nächsten Soul-Klassiker.