Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Das portugiesische Trio Cremeloque begeistert die Zuhörer im Dalberghaus

Meister des Zusammenspiels

Archivartikel

Kammermusik, wie man sie selten hört: Das portugiesische Trio Cremeloque Lisboa spielt in der ungewöhnlichen Besetzung aus Oboe (Luis Marques), Fagott (Franz-Jürgen Dörsam) und Klavier (Savka Konjikusic) Kompositionen aus Klassik, Romantik und Moderne. Die drei Musiker, die als Solisten und Lehrer in renommierten Orchestern und an Musik(hoch)schulen in Lissabon tätig sind, traten in der Musikbibliothek im Dalberghaus auf und überraschten mit kurzweiligen Darbietungen von Originalkompositionen und Adaptionen für diese besondere Formation.

Reizendes Duett

Beethovens Trio op. 11 B-Dur („Gassenhauer“) wurde eigentlich für Klarinette oder Violine, Cello und Klavier komponiert. Das kraftvolle, stolze Hauptthema des ersten Satzes eignet sich bestens, um die besondere Besetzung aus Oboe, Fagott und Klavier vorzustellen. Vor allem aber im Adagio mit seiner ausdrucksstarken Melodik wird offenbar, wie wunderschön ein Fagott klingen kann. Der Variationensatz schließlich gibt einen ersten Eindruck davon, zu welch virtuosen Leistungen Marques, Dörsam und Konjikusic in der Lage sind. Es ist eine Freude, ihnen beim Musizieren zuzuhören.

Einen Kontrast zur heiteren Beschwingtheit des Gassenhauer-Trios stellt Glinkas Trio pathétique in d-Moll dar, im Original für Klarinette, Fagott und Klavier. Das Werk des Komponisten, der als Vater der russischen Musik gilt, macht seinem Namen alle Ehre.

Besonders ergreifend: das dramatische Largo, in dem die drei Musiker die Bandbreite lyrischer Klangfarben ihrer Instrumente ausschöpfen. Das Terzetto op. 22 des französischen Komponisten und Oboisten Casimir-Théophile Théodore Lalliet gehört zum festen Repertoire von Oboisten und Fagottisten. Nach einem dramatischen ersten Satz beginnt das Andante mit einer kantablen Melodie im Fagott und entfaltet sich zu einem reizenden Duett, in dem das Klavier eine eher begleitende Rolle einnimmt. Der temporeiche dritte Satz beeindruckt durch virtuose Passagen, die das Trio souverän und unangestrengt umsetzt. Im einsätzigen Klaviertrio op. 8 in c-Moll von Schostakowitsch, einem Frühwerk des Komponisten, wird abermals deutlich, dass Luis Marques, Franz-Jürgen Dörsam und Savka Konjikusic nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern alle auch Meister des Zusammenspiels sind. Das begeisterte Publikum honoriert die Leistung mit langanhaltendem Applaus. Als Zugabe gibt es einen mitreißenden Blues von Jeffrey Agrell, für den Marques sogar die Mundharmonika aus der Hosentasche holt. Ein stimmungsvolles und kurzweiliges Konzert!