Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Israelische Band Ouzo Bazooka bei Kulturbrücken

Mit Leoparden-Bermuda und schwarzem Kaftan

In den Kulturbrücken Jungbusch ging es musikalisch mal wieder ordentlich zur Sache mit der israelischen Psychedelic-Rock-Band Ouzo Bazooka. Die Band kommt aus Tel Aviv und veröffentlichte ihr Debüt-Album 2014. Seitdem sind die Musiker öfter auf Touren in ganz Europa und auch in Israel unterwegs. In Mannheim waren sie bereits zum vierten Mal.

Sänger Uri Brauner Kinrot beschreibt den Stil der Band mit „Rock 'n' Roll, gemischt mit Middle Eastern Folklore“. Die Kulturbrücken sind ein Ort für kleine Events, an diesem Abend platzte der Konzertraum aus allen Nähten. Über 60 Leute waren gekommen, ein Erfolg für den Verein. „Den Verein gibt es seit 2010. Ursprünglich war keine Konzert-Location vorgesehen, das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Es haben eben immer mehr Bands nachgefragt“, sagte Vorsitzender Hermann Rütermann: „Der Name ist bewusst gewählt, da wir versuchen, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen.“

Mitveranstalter des Konzerts war der Mannheim-Kult, der Facebook-Nutzern, die gerne abends in Mannheim unterwegs sind, bekannt sein dürfte. Der „Kult“ besteht aus einer Person. „Mannheim hat zu viel Pop und braucht mehr Underground und Konzerte, auf denen Krach gemacht wird. Das möchte ich fördern“, so Marc Varesco, der bereits seit 1989 zwischen Bands und Konzert-Locations vermittelt, und das in seiner Freizeit. „Ich schaue mir die Band an und überlege, wo sie auftreten könnte. Ouzo Bazooka habe ich bereits schon viermal nach Mannheim geholt.“ Aus der Vielzahl der Besucher könne man schließen, dass die Band in Mannheim schon ihre Fans habe.

Die Musik erinnert an verschiedene Bands der späten 1960er Jahre: ein bisschen Deep Purple, Iron Butterfly oder Jefferson Airplane, ganz ohne einen Stil komplett zu übernehmen. Außerdem wird eine gehörige Portion orientalischer Klänge und Rhythmen mit hineingemischt, hin und wieder etwas Surf-Sound, so dass der typische Ouzo-Bazooka-Klang entsteht. Auch die Bühnenshow ist sehenswert.

Lieder selbst komponiert

Sänger Uri trägt eine Leoparden-Bermuda zum goldenen Stirnband, Begleitsängerin und Perkussionistin Yurika Hanashima tanzt im schwarzen Kaftan, als ob sie auf der Festival-Bühne von Monterey oder Woodstock stünde, während Keyboarderin Dani Ever-HaDani das ein oder andere Lied mit sitar-ähnlichen Klängen begleitet. Im Vordergrund der Musik ist der unverwechselbare Klang der Fuzz-Gitarre, ein Psychedelic-Markenzeichen.

Den Großteil der Lieder komponiert Uri Brauner Kinrot selbst, hin und wieder sind jedoch Cover-Versionen zu hören, wie das türkische „Kirpiklerin Ok Ok Eyle“, oder „Children of the Revolution“ von T Rex, bei dem Ouzo Bazooka den Glam Rock rausnimmt und durch Psychedelic ersetzt. Nach jedem äußerst tanzbaren Lied zeigte das Publikum seine Begeisterung, daher ist es nur eine Frage der Zeit, wann Ouzo Bazooka das nächste Mal nach Mannheim kommen.