Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch/Innenstadt Bezirksbeirat diskutiert heute über das Angebot für die Szene

Nach intensiver Suche – Kein Platz für den Trinkertreff?

Mannheim.Trinker und Drogenabhängige im Jungbusch und in der Innenstadt: Seit einem Jahr sucht die Stadt nach einem geeigneten, festen Aufenthaltsort für die Szene, ohne dass man sich bisher mit allen Parteien im Gemeinderat auf einen Platz für ein solches Angebot einigen konnte. Nun steht das Thema heute erneut auf der Tagesordnung des Bezirksbeirates (BBR) – auch weil im Stadtteil die Bewohner auf eine Lösung drängen.

Denn: Nach wie vor halten sich jede Menge Trinker rund um die Jungbuschstraße auf, berichtet Quartiermanager Michael Scheuermann. Zwar sei es durch die Sozialarbeit auf der Straße (Streetwork) gelungen, vieles zu verbessern, seien heftige lautstarke oder gar gewalttätige Pöbeleien im öffentlichen Raum deutlich zurückgegangen. Andererseits treffe sich die Szene nach wie vor auf Spielplätzen oder vor Einkaufsmärkten – „unakzeptabel ist das und eine Belastung für die Bewohner“, sagt der Leiter des örtlichen Gemeinschaftszentrums auf Anfrage der Zeitung. Er bekräftigt: „Wir brauchen eine Lösung“.

CDU-Kritik an Standortwahl

Die hatte die Stadt auch schon gefunden: Der Vorschlag aus dem Rathaus, den sogenannten Trinkertreff (im Verwaltungsdeutsch: alkoholakzeptierendes Beratungs- und Aufenthaltsangebot) in Container-Bauten auf einem städtischen Grundstück an der Akademiestraße einzurichten, stieß aber auf Ablehnung bei der CDU-Fraktion. Die Christdemokraten kritisieren die Standortwahl als zu weit von der City entfernt und forderten, nach alternativen Lösungen zu suchen. Die wurden seither geprüft. Zu letzt der Umzug des Seniorentreffs in K 1 an den Marktplatz – ein Vorschlag, der sich aber laut Verwaltung als „ungeeignet und nicht umsetzbar“ (weil hohe Umbaukosten im Alten Rathaus) herausstellte. Auch alternative Immobilien konnte die Stadt nicht anbieten, so dass bei einer Besprechung Anfang Januar „alle Optionen als nicht gut bewertet“ wurden. Fazit der Verwaltung: „Zum jetzigen Zeitpunkt besteht damit nur die Möglichkeit, erneut auf eine Freifläche an der Akademiestraße als Standort zurückzugreifen“, heißt es in einer Rathaus-Vorlage.

Zwar sei der Standort an der Jungbusch-Peripherie sicher nicht die optimale Wahl, aber durchaus akzeptabel, betont Scheuermann: „Wir könnten damit leben“. Und: „Alles besser als die jetzige schlimme Situation“. Allerdings gelte es, das Angebot in der Akademiestraße so zu gestalten, dass es keine Belastung für den Stadtteil darstelle. Und auch die Containerbauten müssten optisch ansehnlich aussehen. Wichtig seien Fachpersonal und der Dialog mit den Stadtteilakteuren.

Stadt berichtet über Versammlung

Neben dem lang ersehnten Trinkertreff geht es in der öffentlichen Sitzung des Stadtteil-Gremiums auch um die Ergebnisse aus der Stadtteilversammlung im Jungbusch am 22. Februar. Die Stadt wird darüber berichten und, so die Hoffnung der Bewohner, sagen, welche konkreten Schritte zur weiteren Entwicklung erfolgen könnten.