Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Mannheimer Traditionscorps feiert Offiziersabend im Bootshaus / „Schloss-Caterer zu teuer“

Neuer Kommandant der Garde

Archivartikel

Das Mannheimer Traditionscorps (MTC) hat einen neuen Kommandanten. Der heißt Dirk Neumann, im Corps auch als „Earl Grey vun Neggara“ bekannt. Vertreten wird er künftig von Stellvertreter Dieter Jacoby (Gendarm de village de talus). Für seine zehnjährige, verdienstvolle Führung des MTC wurde der bisherige Kommandant, Steffen Kling, zum Ehrenkommandanten ernannt. Er möchte auch weiterhin die Freundschaft zu seinen Untertanen beibehalten und mehr nach innen wirken.

Federbusch angeheftet

Die Präsentation nach außen liegt auch weiterhin bei Ehrenkommandant Robert Fitzgerald. Das wurde beim Offiziersabend, der in diesem Jahr im Bootshaus am Hans-Reschke-Ufer stattfand, gefeiert. Dem neuen Ehrenkommandanten Kling, der sich zuvor mit einen Fichtenzweig geschmückt hatte, wurde ein Federbusch in den Farben blau, gelb und gold an den Hut geheftet, damit er wieder „ein richtiges Aussehen habe“, wie es der Kommandant formulierte. Dass der auch als Schlossgarde bezeichnete MTC nicht im Barockschloss feierte, lag daran, dass die dortigen Caterer einen vielfachen Preis gegenüber dem Vorjahr verlangten. Saalmiete und alles andere wäre in Ordnung gewesen. „Aber das konnten wir einfach nicht mehr bezahlen“, so einer der Verantwortlichen.

Kurzerhand sprang das Bootshaus ein. „Wir freuen uns, dass ihr das Alles mitgemacht habt und so zahlreich erschienen seid“, so Kommandant Neumann zu den Gästen, zu denen auch weit gereiste Vereine zählten, wie eine Abordnung der Prinsejarde Vols (Niederlande), der Stadtgarde Kaiserslautern oder der fürstlich Leiningischen Schlossgarde (Derkemer Grawler).

Kling unterstrich, dass dieser Ort mit der jüngeren Geschichte durchaus etwas zu tun hatte. „Viele haben sich hier früher in den 1950er Jahren beim Tanzcafé kennen gelernt. Manche Ehe ist daraus entstanden“, so Kling. Jedenfalls fanden es die Gäste „gemütlich“ oder „schnuckelig“, wie es eine Frau formulierte.

Der Ursprung der Garde stammt aus der Verballhornung des französischen Militärs als persiflierende Truppe in den Jahren der Besatzung. Genau so waren denn auch Kommandos, wie „Abteilung halt“, „links um“ oder „Augen geradeaus“ zu verstehen, mit denen das 30-köpfige Corps antrat. Während bei diesen Kommandos, doch immer einer den Befehl missverstand, so funktionierte ein „Steckt die Degen (kleine Pause) weg“ dagegen einwandfrei. Es folgten die obligatorischen Beförderungen (siehe Infobox).

Nachdem diese Truppe wieder abgerückt war und den Saal „eroberte, nahm der stimmungsvolle Abend seinen Lauf. Mit Polonaise, Schunkeln und Singen nahmen die Gäste das fröhliche Spektakel in die Hand und sangen mit. Zuvor hatte es eine Premiere gegeben. Erstmal trug ein Mitglied aus den Reihen des MTC eine Büttenrede vor. Virginia Neumann, und vor allem das Publikum, hatten daran sichtlich Freude. Für eine ganz besondere, vielleicht sogar schon etwas verrückt zu nennende Stimmung sorgten die Schlagertanten des Rhein-Neckar-Theaters. Jedenfalls sprudelte der Saal fast über, ehe der berühmte Kuchenanschnitt den Rest des Abends noch versüßte.