Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Schüler des Johanna-Geissmar-Gymnasiums verschönern Parkhaus in C 1

Schön bunt statt grauer Beton

Ein Parkhaus ist kein Ort, an dem man länger als nötig verweilt. Und nur wenige kämen auf die Idee, ein Parkhaus als Attraktion anzusehen. Doch wenn man zwischen der Blechwüste aus parkenden Autos plötzlich auf Kunst stößt, sieht es schon anders aus. Das Parkhaus in C 1, sonst ein trister Funktionsbau, wurde zu einem Ort mit Wohlfühlcharakter, der überrascht, zum Nachdenken anregt und zum Entdecken einlädt.

Dank der großzügigen Unterstützung der Mannheimer Parkhausbetriebe (MPB) konnten die MUS-E-Schüler des Johanna-Geissmar-Gymnasiums (JGG) ein halbes Jahr Studien in Sachen Pop-Art-Gemälde betreiben und an vier Projekttagen ein großes Wandbild im Parkhaus gestalten. Zusammen mit der Ludwigshafener Künstlerin Sue Mandewirth und Klassenlehrerin Petra Schönmann tauchten die Schüler der sechsten Klassenstufe ein in die farbenfrohe Welt des PopArt.

Vier Tage lang gestalteten die 18 Schüler im obersten Parkdeck des Mannheimer Parkhauses eine Wand mit einem zwei mal vier Meter langen im Laufe des Schuljahres gemeinsam entwickelten Motiven zu Themen wie Auto, Parken und Verkehr auf der Erde und im Weltraum. Vorausgegangen waren mehrere Monate Vorarbeit. Angeleitet von Künstlerin Mandewirth, haben die Schüler erst zum Thema PopArt recherchiert und sich Gedanken gemacht, was man mit einem Parkhaus assoziiert. Jedes Kind fertigte einen eigenen Entwurf in Acrylfarben. Ihre Bilder wurden anschließend mit dem IPad collagiert. Das über ein Raster aufgebrachte große Acrylgemälde haben die Kinder farbig ausgemalt.

Zwei voll besetzte Ufos

Das leuchtend bunte Ergebnis in knalligen Farben kann sich sehen lassen. „Ich habe gar nicht gedacht, dass das so schnell geht“, staunte Mira. Stolz zeigt Ylenia auf die zwei Ufos, die voll besetzt mit Aliens über die Straße ins interstellare Parkhaus rollen. „Die habe ich gemalt“. Ella zeigt auf ihren Automat mit Parkhausbedarf. Über die Sicherheit der Parkhausnutzer wachen zwei Augen im Manga-Stil, die Yade auf die beiden Türme platziert hat. Stolz sind Christina und Mira, dass sie ihre Namen daneben schreiben durften. Es ist bereits das zweite große Wandgemälde, das die MUS-E-Schüler des JGG mit Unterstützung durch die MPB im Parkhaus C1 gestalteten. Die Leistungen der Schüler beim ersten Mal hätten sie dazu ermutigt, erklärte Geschäftsführer Karl-Ludwig Ballreich. Er bedankte sich bei den Schülern, dass sie so fleißig waren. „Das Bild gefällt mir sehr gut, es ist sehr bunt und farbig in freundlicher PoPArt“, sagte er. Schulleiter Roland Haaß dankte den MPB und ihrem Geschäftsführer, dass sie das MUS-e Projekt der Schule wiederholt unterstützten. Die Schüler hätten sich selbst übertroffen. Haaß dankte auch Kerstin Weinberger, Geschäftsführerin der MUS-E-Stiftung, Künstlerin Sue Mandewirth, Klassenlehrerin Petra Schönmann und Heike Münkel, Projekt-Koordinatorin der MPB, für ihr Engagement. „MUS-E braucht immer Geld, damit der Zugang der Kinder zur Kunst nicht daran scheitert, wenn Eltern kein Geld haben.“ Deshalb brauchten sie Sponsoren wie die MPB. Mit dem PopArt-Gemälde sei am Ende was Bleibendes in Mannheim geschaffen worden.

Das internationale Programm MUS-E sensibilisiert Kinder durch die Künste und fördert auf diese Weise ihre Kreativität. Sie werden zudem in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt, ganz ohne Noten und Leistungsdruck.

Auch am Schönauer Johanna-Geissmar-Gymnasium beteiligen sich Schüler der fünften und sechsten Klassen an dem Programm, das dieses Jahr von Bundeskanzlerin Angela Merkel für herausragende Arbeit geehrt wurde. ost