Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Eberhardt-Gothein-Schüler diskutieren mit Politikern über die Zukunft Europas und der Europäischen Union

Schüler äußerst wissbegierig

Archivartikel

„Über Politik gesprochen wird derzeit viel. Mit Politikern, die bei den Entscheidungen hautnah dabei sind, ins Gespräch zu kommen ist jedoch nicht alltäglich“, erklärte der Schulleiter der Eberhard-Gothein Schule, Peter Sauter. Diese Gelegenheit bot sich den Schülern bei der von den beiden Schülerinnen der Wirtschaftsoberschule, Fjolla Cikaci (20 Jahre) und Gientile Bajra (22 Jahre), organisierten Podiumsdiskussion zum Thema „Europa und wir“ in der Aula der berufsbildenden Schule.

Intensive Vorbereitung

Als Abschluss ihres Projekts „Europa und wir“ mit Umfrage und Workshop zur gemeinsamen Vorbereitung auf die Europawahl hätten die beiden Organisatorinnen keinen authentischeren Rahmen wählen können. Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes (MdEP, SPD), Ina Rubbert Leiterin Europa-Zentrum Baden-Württemberg, Nikolas Löbel, Mitglied des Bundestages (MdB, CDU), und die Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (MdL, Grüne) nahmen sich einen Vormittag Zeit, um die großen Themen zu besprechen: Brexit, Urheberrechtsreform, Vertiefung der politischen Union – die Themen waren sehr variantenreich und die Schüler zeigten sich äußerst wissbegierig.

Leicht machten es die beiden Moderatorinnen, Fjolla Cikaci und Gientile Bajra, den Politikern nicht: Nach einer intensiven Recherchephase in verschiedenen Klassen und einer gemeinsamen Bündelung der Fragen übernahmen die Moderatorinnen die Gesprächsführung eigenständig. Sie hatten sich in mehreren Planungstreffen detailgetreu auf die Aufgabe vorbereitet. Schick gekleidet und mit Moderationskarten versorgt ließen sie nicht locker, wenn die Antworten zu allgemein ausfielen und man das Gefühl hatte, nachhaken zu müssen.

Auch aus dem Publikum wurden immer wieder Zwischenfragen gestellt und die Diskussion gestaltete sich dadurch äußerst lebhaft. Die Politiker zeigten sich dabei geduldig und versuchten, die Themen jugendgerecht zu vermitteln. Sie begeisterten die Schüler mit ihrem fundierten Wissen über Europa. „Bildet euch weiter“, gaben sie den Schülern aus den verschiedensten Nationen mit auf den Weg. Sie zeigten sich überzeugt, dass Kommunikationsfähigkeiten immer wichtiger und „die digitale Revolution prägend“ sein werden.

Institutionen kennenlernen

Vom großen Interesse und den Fragen der Schüler zeigten sich die Politiker beeindruckt. Auf Fragen wie „Inwieweit betrifft Europa das Land Baden-Württemberg?“ und „Kann die Migrationspolitik die EU spalten?“ oder „Wie ist Ihre Haltung zum Artikel 13, Upload-Filter und Urheberrecht“ gingen die Politiker ausführlich ein. Zum aktuellen Thema Brexit wollten die Schüler wissen: „Wie wird die EU die Krise meistern und reißt der Brexit ein Loch in den deutschen oder den EU-Haushalt?“ Für die Schüler heißt es nun in den kommenden acht Wochen: europäische Institutionen kennenlernen, die Gesetzgebung verstehen, europäische Themen ergründen. Denn am Ende werden sie selbst an die Urne gerufen – die Europawahl am 26. Mai ermöglicht den Schülern einen Einblick in die Privilegien und Pflichten unserer Demokratie.