Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Traditionelle Friedensfeier an der Ganztagsgrundschule für den guten Zweck

Schülerschar sorgt für Freude

Schüler, Lehrer, Erzieher und Hausmeister versammelten sich zur traditionellen Friedensfeier auf dem Schulhof der Jungbusch Ganztagsgrundschule. Außerdem waren so viele Eltern wie noch nie gekommen.

Die 170 Schüler haben zu 100 Prozent Migrationshintergrund. Weil sie außerdem verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören, hatte die jetzige Schulleiterin und damalige Lehrerin an der Jungbuschschule, Ursula Kremer, 2007 als Jahresabschluss eine Friedensfeier eingeführt. „Dabei besinnt sich die Schulgemeinschaft in stimmungsvoller Weise religionsübergreifend auf die grundlegenden Werte, die sie alle verbindet.“ Zudem sammelten die Kinder und ihre Eltern im Vorfeld Lebensmittel, die im Verlauf der Friedensfeier für die Suppenküche der Schwestern der Mutter Theresa in der Neckarstadt gespendet wurden.

Erst auf Hebräisch

Eröffnet wurde die Feier mit dem Lied. „Zeit der Ruhe, Zeit für Stille“. Thema der diesjährigen Friedensfeier war „Frieden“. Im Vorfeld hatten sich die Klassen intensiv damit beschäftigt. Immer ein oder zwei Kinder aus jeder Klasse kamen nach vorne und nannten das Wort „Frieden“ in allen Sprachen, die an der Jungbuschschule gesprochen werden. „Das Wort Friede gibt es in allen Sprachen. Die Wörter hören sich ganz verschieden an, aber sie bedeuten überall das gleiche: Wir vertragen uns, haben keinen Streit.“ Alle sangen zusammen das Lied „Wir wollen Frieden für alle“ – zuerst auf Hebräisch an und dann auf Deutsch.

Was „Frieden“ an der Jungbuschschule bedeutet, erklärten danach einige Kinder. „Friede heißt auch: Wir spielen zusammen. Ich helfe dir. Ich entschuldige mich. Wir singen zusammen. Wir lachen zusammen. Wir passen aufeinander auf. Ich verzeihe einem anderen. Wir essen zusammen.“

Anschließend brachten je zwei Schüler aus einer Klasse die Spenden für Menschen, denen es nicht so gut geht, in den Kreis: „Tee, der wärmt“, „Milch, weil sie gesund ist und starkmacht“, „Nudeln, die satt machen“, „Salz, damit das Essen besser schmeckt“, „Marmelade und Zucker, die das Leben versüßen“ sowie „Servietten, damit sich die Menschen Mund und Hände abwischen können“.

Schulleiterin Kremer dankte den Schülern und ihren Eltern für die Spenden, den Lehrerinnen Mariella Winter, Tatjana Freynschlag und Katja Kordelle für die Organisation der Feier sowie der in diesem Jahr neu gegründeten Busch-Band, die die Feier so schön begleitete. Zum Abschluss erklang das Lied „Wo Menschen sich vergessen“. Die Eltern waren begeistert: „Die Friedensfeier gefällt mir gut, dass alle zusammen feiern, das haben auch die Kinder gern“, sagte Koratorla Norallah. Vincenza Corbo fand „die Feier sehr schön, die unterschiedlichen Sprachen und dass die Lehrer den Kindern beibringen, dass nicht jeder alles hat, und die Kinder freuen sich, wenn die Eltern dabei sind, dann haben sie noch mehr Spaß dran“.