Innenstadt / Jungbusch

Westliche Unterstadt Ausstellung in der Begegnungsstätte bietet Heldinnen eine Bühne

Starke Frauen früher und heute

Eine Ausstellung, Improvisations-Theater und Musik gab es als Hommage an alle Heldinnen zur Eröffnung der Heldinnen-Galerie in der Begegnungsstätte Westliche Unterstadt (BWU). Geschäftsführerin Heike Grönert beschrieb das so: „Da Frauen seit Jahrhunderten schon die Welt verändern und bereichern, aber leider nicht immer die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen, bietet die Begegnungsstätte im Rahmen des Literatursommers 2018 Heldinnen eine entsprechende Bühne.“

Zu sehen in der Galerie sind die Ergebnisse eines Workshops unter dem Titel „Welche Heldinnen haben wir?“ mit Gestaltung von Bildern und Texten. Vier Wochen lang haben sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Thema beschäftigt. „Das war wirklich schwierig, weil Männer präsenter sind“, berichtete Grönert. Teilgenommen haben fünfzehn Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren aus verschiedenen Nationen. Sie haben Bilder gemalt und Leute aus dem Stadtteil interviewt und sie gefragt, wer ihre Heldinnen sind. Duygu erzählte: „Anne Frank ist die einzige Frau, die ich als Heldin kannte.“

Hoffnung nicht aufgegeben

In der Schule habe sie wenig von Heldinnen gehört. Frauen als Heldinnen seien schon etwas Besonderes. In Märchen seien meist Männer die Helden und Frauen eher Hilfesuchende. Die 16-jährige Duygu betonte: „Alle Frauen haben Potenzial, aber nur beim Mann wird das erwartet.“ Doch sie habe ihre Hoffnung nicht aufgegeben. Für den neunjährigen Enes ist die Comicfigur „Ladybug“ eine Heldin. Auch „Catman“ findet er „echt cool“. Für Mahmut, der erst vor sechs Monaten mit seinem Vater und seinen Zwillingsschwestern aus der Türkei nach Deutschland kam, ist Pocahontas eine Heldin. „Sie war sehr mutig – ich bewundere sei sehr.“

„Wonder Woman“ und Mama

Auch die Amazone „Wonder Woman“ bewundert der 16-Jährige. Auf die Frage, wer denn seine Heldin in der Realität ist, sagte er: „Meine Mutter.“ Es ging um Wertschätzung, um Anerkennung und um die Rolle der Frau: Mit einem festlichen Programm, einem Pizza-Essen zum Auftakt und der offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Heldinnen“ mit einem von Kinder-Improvisations-Theater, das Anna-Lena Brown vom Ehrenamtlichen Team der BWU in Form eines Ratespieles konzipiert hatte, feierten die kleinen Künstler im Café Filsbach zusammen mit Geschäftsführerin Grönert und dem gesamten Team der Begegnungsstätte Westliche Unterstadt die gelungene Schau. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Juli zu sehen.