Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Segnungsgottesdienst der Katholischen Citypastoral für Vierbeiner / Stoffaffe „Charly“ und Flamingo „Ingo“ mit dabei

Tiere sind „kein namenloses Etwas“

Tiere sind des Menschen beste Freunde. Dabei spielt die Größe, Herkunft, Rasse oder Farbe keine Rolle – diesen Eindruck gewannen zumindest die Besucher des Tiersegnungsgottesdienstes, der am Samstag im Hof der Marktplatzkirche St. Sebastian stattfand.

Viele Tierfreunde waren gekommen, um ihre Tiere von Pastoralreferent Bernhard Wietschel segnen zu lassen. Cavalier King Charles Spaniel „Romeo“ besucht schon seit vielen Jahren den Tiergottesdienst der Katholischen Citypastoral Mannheim. Dafür kommt Frauchen Regina Metzmaier immer am Samstag zum Gedenktag an den heiligen Franziskus von Assisi, der am 4. Oktober ist, mit ihm aus Wachenheim extra nach Mannheim. „Er ist neuneinhalb Jahre alt“, sagt Metzmaier. Ein stolzes Alter für diese Hunderasse. „Er kränkelt schon oft.“ Deshalb bete sie jedes Jahr, das es nicht das letzte Mal sei. Regina Metzmaier glaubt eben ganz fest an den Segen. Ihrer Meinung nach gehört das Tierrecht unbedingt ins Grundgesetz. Am Anfang habe auch die Kirche lange nicht geglaubt, dass Tiere keine Seele hätten. „Doch Romeo nimmt alle Emotionen auf.“

Wie die Menschen geschaffen

Das ist auch für Egbert Eimers aus Ludwigshafen der Grund, mit „Dschinnie“ zu kommen. Die Pekinesen-Dame ist sieben Jahre alt. „Gott hat die Tiere wie die Menschen geschaffen, sie haben auch ein Recht, geehrt und gewürdigt zu werden“, sagt Eimers. Was ihn ärgert, ist, „dass Tiere nach dem Gesetz immer noch Sachen darstellen“.

„Das ist die einzige Möglichkeit, mit Tieren in den Gottesdienst zu gehen“, sagt Thomas Büse aus Friedrichfeld. Er hat Hovawart-Dame „Luna“ mitgebracht. Er und seine Frau Christina kommen regelmäßig mit ihren Hunden zum Tiersegnungsgottesdienst in die Innenstadt. „Mir ist es wichtig, dass die Tiere auch gesegnet werden“, sagt sie. Besonders bei Hundehaltern ist der Gottesdienst beliebt.

Angebot seit 15 Jahren

Doch am vergangenen Samstag waren nicht nur Hunde zu Gast im Hof der Marktplatzkirche St. Sebastian, sondern auch ein Affe und ein Flamingo. „Fiona liebt Tiere, sie durfte sich aus ihrer Tierherde zwei aussuchen“, sagte Andreas Spies aus der Neckarstadt, Vater der Zweijährigen. Die entschied sich für ihren Stoffaffen „Charly“ und Flamingo „Ingo“.

„Ein Gottesdienst für Mensch und Tier“. So lautet das Motto dieser Tiersegnung, die von der Katholischen Citypastoral schon seit über 15 Jahre angeboten wird. „Pater Martin, der auch die Citypastoral ins Leben gerufen hat, hat den Tiersegnungsgottesdienst eingeführt“, berichtete Pastoralreferent Wietschel. In seiner Predigt ging er auf das Wort des Propheten Jesaja ein „Gott hat Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein…“. Das gelte sowohl für den Menschen als auch für das Tier.

Auch Tiere seien kein namenloses Etwas, so Wietschel. „Die Menschen binden sich an das Tier und tragen Verantwortung für das Tier, weil es für sie teuer und wertvoll ist“, sagte der Pastoralreferent. „Danke für diesen guten Morgen“, sangen danach die Gottesdienstbesucher, begleitet von Hyun Goo Tschin am Klavier.