Innenstadt / Jungbusch

Jungbusch Internationale Malschule überreicht Geschenke

Vogelhaus als Kunstprojekt

Schon seit 15 Jahren gibt es die Internationale Malschule der Awo im Jungbusch, bei der junge Talente gefördert werden. Leiterin des Kurses ist Christine Behrens, die an der Justus-von-Liebig-Schule Deutsch für Geflüchtete unterrichtet. Aus diesen Klassen stammen einige ihrer Teilnehmer des Malkurses. Dieser ist so beliebt, dass Neueinsteiger sich erst einmal über die Internetseite der Awo anmelden müssen. Manche Hobbymaler sind schon seit Anfang an dabei, inzwischen sind sie erwachsen und kommen neben ihrem Beruf zum Kurs.

Malen und Integration

Die Teilnehmer kommen aus der Umgebung, die Jüngste ist 14, der Älteste 33 Jahre alt. Wenn der Kurs komplett ist, sind es 18 Leute. Doch es geht nicht nur ums Malen: „Ich möchte jungen Menschen Freundschaft und Aufmerksamkeit schenken, damit sie Selbstbewusstsein entwickeln“, sagte Behrens, die von manchen „Chrissie“ genannt wird. „Der Kurs ist mehr als eine Malschule, er ist eine Gemeinschaft, wie eine zweite Familie. Wir reden hier auch über unsere Probleme, von jeder Seite bekommt man Tipps, wie man sie lösen kann“, so Sude Ükil, mit 14 Jahren die jüngste Teilnehmerin. Seit über einem Jahr ist sie mit dabei. Yazdan Sharifi kam 2009 aus Afghanistan: „Ich habe Christine im Deutschkurs an der Justus-von Liebig-Schule kennengelernt, durch sie habe ich das Malen entdeckt. Die Gruppe bedeutet Malen, Sprache und Integration.“

Der Malkurs stellte nun die Ergebnisse eines Kunstprojektes vor. Es wurden Vogelhäuschen bemalt, diese wurden im Werkunterricht von Fred Bechberger an der Justus-von-Liebig-Schule gezimmert. Im Anschluss bekamen Personen, die den Kurs schon längere Zeit begleiten, ein Vogelhaus als Geschenk überreicht. „Ich finde die Entwicklung der Teilnehmer über so viele Jahre hin spannend. Man sieht die Bilder, die im Alter von zehn Jahren gemalt wurden und kann sie mit späteren vergleichen“, sagte Elke Zimmer, Landtagsabgeordnete der Grünen. „Christine bringt stets neue Ideen mit. Wenn ein Teilnehmer eine Zeit lang nicht kommt, fragt sie sogar nach, woran es liegt“, fügte Stefanie Heß hinzu, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Mannheim. Beide Politikerinnen bekamen ein Vogelhäuschen überreicht, ebenso Daphne Hadjiandreou-Boll, Ansprechpartnerin der Stadt für die Koordination der Flüchtlingshilfe. Kge