Innenstadt / Jungbusch

Innenstadt Erzählcafé soll Bewohner ins Gespräch bringen

Wandel in der Westlichen Unterstadt erleben

Es war einmal ein Mietshaus in den S-Quadraten – nach dem Krieg recht schnell hochgezogen, wie beinahe alle Häuser in den Quadraten, die ja fast vollständig während des Zweiten Weltkrieges zerstört worden waren. Es zeichnete sich durch einen seltenen Hinterhof aus, denn er war in all den Jahren grün geblieben. Im Sommer saßen die Bewohner des Hauses gerne am Abend an einem alten Holztisch zusammen, brachten auf denselben mit, was gerade in der Speisekammer war. Seit ungefähr zwei Jahren ist ein massiver Wandel in der westlichen Unterstadt zu bemerken, von „man kennt und unterhält sich“ zu „und wer wohnt da eigentlich bei mir im Haus“.

Das Zurückfinden, Erhalten oder möglicherweise Neuerstellen einer Nachbarschaft und des damit generierten Zusammengehörigkeitsgefühls war eines der zentralen Themen und auch Anliegen des „Erzählcafés“, das nun erstmals in der Ten Gallery stattfand. Bei der Ausstellung „Nummer Eins: Bauphase“ mit Fotografien der Künstlerin Deborah Musso wurde die Problematik des urbanen Wandels lebhaft diskutiert, der nicht nur im Jungbusch, in der Neckarstadt oder den Filsbach-Quadraten deutlich werde, sondern auch zwischen den S-und U-Quadraten.

Die Kooperationspartner Quartiermanagement Unterstadt und Kulturamt Mannheim möchten mit dem Erzählcafé, das eine feste Einrichtung werden soll, die Veränderungen und Entwicklungen rund um das Gelände der ehemaligen Schule künstlerisch begleiten, erkunden und dokumentieren.

Dialog und Kunstprojekte

Ziel ist es, durch Fotografien, Gesprächen mit Bewohnern und Kunstprojekte Effekte der Neubebauung in der Nachbarschaft festzuhalten und in Veranstaltungen vorzustellen. Die Wahrnehmungen der Bewohner als direkte Betroffene dieses Wandels sollen erfragt und vermittelt werden, um alteingesessene und neuzugezogene Bewohner miteinander ins Gespräch zu bringen, heißt es. Bei der Premiere wurde dieser Vorsatz erreicht. Noch war das Publikum überschaubar, doch das soll sich ändern. eig