Innenstadt / Jungbusch

Mitte KulturQuer-Festival zeigt umfangreiches Programm mit Musik, Ausstellungen, Lesungen und Film

Zehn Tage durch viele Stile und Formen

Archivartikel

Quer durch den Gemüsegarten der Mannheimer Kulturszene werden von Anfang Oktober bis Anfang November die Früchte eines jahrelangen Bemühens um interkulturelles Zusammenleben und -arbeiten des QuerKultur Rhein-Neckar e.V. mit Freude geerntet. Zehn Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art, so individuell wie die Künstler, die sie gestalten. Das "KulturQuer-Festival 2017" bietet Fotokunst und Malerei, Film, Performance und Theater, Literatur und Musik als Kleinkunst vom Feinsten.

Dabei steht der Name "Quer" vor allem für "quer" durch verschiedene Kulturen, aber auch für "quer" durch verschiedene Sparten und "quer" durch Mannheim. Auf die Fahnen geschrieben hat sich der Verein dabei, dass ein Zusammenleben der Kulturen desto besser funktioniert, je mehr die Vielfalt von Lebensweisen und Kulturen als Chance begriffen wird. Querkultur möchte das Zusammenleben fördern in einer Stadt, die ohnehin schon einiges für die Akzeptanz von Vielfalt tut.

"Für uns bedeutet ,quer' ein Miteinander, alle Sparten werden berücksichtigt, wir denken quer, und fördern dadurch auch die Inspirationen der Künstler untereinander", erklärt Gisela Kerntke, die erste Vorsitzende des Vereins, den Fokus der Vereinsarbeit. Er will zeigen, wie Integration auch gehen kann, denn am Festival wirken Kunstschaffende aus Deutschland sowie aus Bulgarien, Rumänien, Türkei und Ukraine, Usbekistan und Russland, Syrien, Jordanien, Irak, Korea und vielen anderen Ländern, die überwiegend schon lange hier leben, mit. Daher stehen diesmal die Künstler mit ihren Ideen und Aktivitäten im Mittelpunkt.

Mitglieder präsentieren sich

Nach den verschiedenen internationalen Festivals möchte man nun durch die Präsentation der eigenen Mitglieder die gelungene Vernetzung der Migranten mit den einheimischen Künstlern vorführen. "Es soll ein Fest unseres Vereins sein", freut sich Gisela Kerntke. Beginn ist am 6. Oktober mit einer bunten Lesung im Café Filsbach, die mit humorvollen, transkulturellen und tiefgründigen Texten unterhalten soll. Ausstellungen folgen im Avesta-Atelier und Laboratorio 17, ein Vortrag im sanctclara klärt über - sehr aktuell - die Anfänge der deutsch-türkischen Beziehungen auf.

Viel Farbe gibt es dann im Alten Volksbad zu sehen, hier eine Thematik zur Osttürkei und der bisher nur wenigen bekannten dortigen Volksgruppe der Zaza. Das Theater Oliv bietet das Dach für eine zarte und feinsinnige Inszenierung des lyrischen Romans von Scholem Alejchem "Schir Ha-Schirm", im Café Cohrs widmen sich Bildende Kunst und Musik gemeinsam einem "Orient mit anderen Augen". Die Hafenkirche wartet mit klassischer Musik und Lyrik auf, das Cinema Quadrat zeigt "Nathan der "Weise", eine Aufzeichnung der Premiere in der Abendakademie.

Beim krönenden Abschluss schließlich finden sich alle wieder zusammen bei einem Konzert "Musikquer", einer musikalischen Reise quer über den Globus. Somit sind nach allen Querungen wieder alle unter einem Dach, so, wie der Verein sich das wünscht.