Jungadler

Eishockey Jungadler nehmen viele Eindrücke aus Kanada mit / Virus verhindert Turniersieg

„Eine ganz andere Welt“

Archivartikel

Mannheim.Der Alltag hat die Jungadler wieder, doch die Erinnerungen an Kanada sind immer noch sehr frisch. Kein Wunder, schließlich hat der blau-weiß-rote Eishockey-Nachwuchs erst am 2. Februar die Heimreise aus dem Großraum Toronto angetreten, wo sich die U 19 der Jungadler ab dem 22. Januar aufhielt. „Eishockey in Kanada, das ist schon eine ganz andere Welt“, sagte Jungadler-Stürmer Tim Stützle nach seinem ersten Aufenthalt im Mutterland des Kufensports.

Zwei Erlebnisse sind dem Jüngsten im Team dabei besonders haften geblieben. „Als wir an den Niagara-Fällen standen, das war schon sehr beeindruckend und natürlich das NHL-Spiel zwischen den Toronto Maple Leafs und den New York Islanders vor Ort mitzuerleben – das war etwas ganz Besonderes“, durfte sich der 16-Jährige über ein 5:0 der Maple Leafs freuen, denen er sonst von Zuhause aus die Daumen drückt. Ein Zusammentreffen der Jungadler mit einem deutschen NHL-Profi hätte es an diesem Tag fast auch gegeben – allerdings vom Gästeteam der New York Islanders. „Dennis Seidenberg wurde zuletzt ja nicht eingesetzt und er wäre auch bei uns vorbeigekommen, doch am Vormittag hat er erfahren, dass er spielt. Da hatte sich das leider erledigt. Todd Hlushko und ich haben dann aber noch etwas mit ihm über einen Chat-Dienst geplaudert“, berichtete Jungadler-Headcoach Frank Fischöder über den Ex-Adler.

Neben dem NHL-Spiel statteten die Jungadler auch der Hockey Hall of Fame in der kanadischen Metropole einen Besuch ab, doch die meiste Zeit verbrachte der Mannheimer Eishockey-Nachwuchs letztlich im St. Andrew’s College im benachbarten Aurora, wo die Mannheimer am 35. MacPherson-Turnier teilnahmen und im Finale der Edge School aus Calgary mit 2:7 unterlagen.

„Ausgerechnet vor dem Finale hat bei uns im Team ein Magen-Darm-Virus zugeschlagen. Zum Endspiel haben uns dann gleich acht Spieler gefehlt“, erklärte Fischöder. Zu denen, die es erwischt hatte, zählte auch Tim Stützle, der schon beim 5:3-Halbfinalsieg gegen Seacoast Prep. aus New Hampshire (USA) zuschauen musste. „Ausgerechnet die beiden wichtigsten Spiele unserer Reise habe ich verpasst“, bedauerte der gebürtige Herner, der vor dieser DNL-Saison vom Krefelder EV nach Mannheim kam. Bedauern ist aber auch bei Frank Fischöder zu spüren – schließlich hatte seine Mannschaft die Edge School in der Vorrunde noch mit 7:2 besiegt.

Wertschätzung für den Kufensport

„Während bei uns zwei Torhüter und die ersten beiden Sturmreihen wegen des Magen-Darm-Virus ausgefallen sind, hat es bei der Edge School nur den Backup-Goalie und Spieler aus der vierten Reihe getroffen“, so Fischöder. „Das Spiel um Platz sieben musste aber sogar ausfallen, weil beide Mannschaften kein Team mehr stellen konnten“, berichtete der Cheftrainer der Jungadler, dass andere Turnierteilnehmer vom grassierenden Virus sogar noch härter getroffen wurden. „Wenn wir komplett gewesen wären, dann hätten wir schon eine sehr gute Chance gehabt, das Turnier zu gewinnen“, meinte der Coach.

Dennoch war die Kanada-Reise für alle ein Erlebnis. Vor allem das letzte Freundschaftsspiel vor dem Rückflug bei den Ontario Wolves, dass die Jungadler mit 5:2 gewannen, ließ die große Wertschätzung für den Kufensport erkennen. „Da war praktisch das ganze Dorf auf den Beinen und für die zehn Dollar Eintritt bekam jeder ein speziell für das Spiel angefertigtes Erinnerungs-T-Shirt ausgehändigt“, erzählte Fischöder, der so etwas auch nicht alle Tage erlebt.