Käfertal

Käfertal Sozialdemokraten stellen Konzept für Franklin vor

Alle Verkehre gleichberechtigt

Der neue Stadtteil Franklin konnte bereits im vergangenen Sommer seine ersten Bewohner begrüßen. 2021 soll der Baustart für die Stadtbahntrasse erfolgen, mit der das ehemalige Quartier der US-Army über die Bensheimer Straße an das bestehende Schienennetz angeschlossen wird. Auf Einladung der SPD Käfertal und der Gemeinderatsfraktion sollten interessierte Besucher nun im Zeitstromhaus über den Planungsstand informiert werden.

Bis die erste Stadtbahn rollt, stünden den Bewohnern im Vorlaufbetrieb eine Elektrobus-Linie zur Verfügung, die Franklin unter anderem mit Taylor verbinde, wie Felix Dmochowski, der Abteilungsleiter Grundsatzplanung bei der RNV, erläuterte. Zwei Optionen der Anbindung würden derzeit diskutiert. „Die eine Variante wäre über den Platz der Freundschaft, die andere über die Wasserwerkstraße Richtung Käfertaler OEG-Bahnhof“. Letztere Variante hätte einen Vorteil für die Schüler, die sich Richtung Käfertalschule bewegten. Bis die Franklin Grundschule im Jahr 2022 in Betrieb genommen wird, rechnen die Verantwortlichen schließlich mit bis zu 150 Grundschülern, die im Stadtteil Franklin leben. Mittlerweile schon in Betrieb ist hier ein Kindergarten.

Bald 100 Bewohner mehr

Es sei unglaublich, wie viel hier vor Ort in den vergangenen Jahren passiert sei, betonte Ralf Eisenhauer. Der Vorsitzende der SPD Gemeinderatsfraktion hat als Chef der MWS Projektentwicklungsgesellschaft, einer städtischen Tochter, hauptberuflich einen starken Bezug zur Materie. Die ersten Bewohner seien damals im Sommer 2017 in die ehemalige Offizierssiedlung gezogen, erinnerte er sich. „Von der GFB (Gesellschaft für Betreuung privater Bauherren, die Red.) haben wir die Zusage, dass noch vor Weihnachten die nächsten 100 Bewohner kommen.“ Viele Käfertaler Vereine hätten hier bereits ein Ausweich- oder Ergänzungsquartier gefunden.

„Wir waren als Käfertaler SPD vor ein paar Wochen schon hier zum Thema Wohnen zu Gast“, erinnerte sich Melanie Seidenglanz. Es sei einfach interessant, mehr über die neue Nachbarschaft zu erfahren, so die SPD-Ortsvereinsvorsitzende.

Mit 144 Hektar besitze Franklin eine riesige Fläche, meinte Eisenhauer. Um den Anforderungen der Zukunft in Sachen Mobilität gerecht zu werden, sei der neue Stadtteil als inklusives Verkehrsquartier mit gleichberechtigten Verkehren geplant. Die Inbetriebnahme der quartierinternen Stadtbahn sei für 2022 vorgesehen, hob Sebastian Klostermann, Planungsingenieur bei der RNV, hervor. „Wir wollten mit dem ÖPNV unbedingt rein ins Quartier.“

Daher sei es erforderlich gewesen, zusätzlich zur Haupttrasse der Linie 5 eine neue Trasse anzulegen. Über den Anschlusspunkt Bensheimerstraße führe die neue Linie zu den Haltstellen Franklin Schule, Franklin Mitte bis zu einer Endschleife. Das Bauvorhaben werde über Fördermittel realisiert. „Für die Stadt allein wäre es nicht stemmbar“, so Klostermann. Die Straßenbahn für Franklin werde im 20-Minuten-Takt fahren, erklärte Dmochowski. Zu Zeiten des Berufsverkehrs sei eine Verdichtung möglich.