Käfertal

Käfertal Jugendeinrichtung geplant

Anlaufstelle für junge Flüchtlinge

Zefie, das Zentrum für individuelle Erziehungshilfen mit Sitz in Karlsruhe, wird ab Oktober eine Anlaufstelle für unbegleitete Jugendliche im Waldgrubenweg anbieten. Darüber wurde jetzt die Öffentlichkeit auf der Bezirksbeiratssitzung in Käfertal informiert. Nach Informationen von Ralf Schäfer, dem Leiter der Sozialen Dienste in Mannheim, sollen in einem Dreifamilienhaus auch Mannheimer Jugendliche ab 14 Jahren unterkommen, die für kurze Zeit „im Sinne einer Krisenintervention eine Inobhutnahme brauchen“.

Vorläufige Inobhutnahme

Damit übernimmt Zefie in Käfertal das, was zuletzt das Schifferkinderheim in Seckenheim geleistet hat. Bei der Unterbringung unbegleiteter Jugendlicher (UMAS) handelt es sich um eine vorläufige Inobhutnahme. Nach Angaben von Zefie-Geschäftsführer Oliver Freesemann unterstützt der gemeinnützige Verein schon seit 15. Januar die Stadt Mannheim auf Franklin. Hier seien in einem Wohnhaus fünf minderjährige Flüchtlinge in der Betreuung.

Christoph Beil vom Fachbereich Jugend bezeichnete Zefie als sehr erfahrenen Träger. „Wir haben seit 2011 Kinder und Jugendliche in stationären Hilfen und waren als Erste in Patrick-Henry-Village“, so Freesemann. Seit 2016 habe man rund 1000 Inobhutnahmen gehabt. „In der Regel bleiben die Jungen ab zwölf Jahren vier Wochen bei uns.“ Danach würden sie landesweit verteilt. Die Unterbringung in Käfertal sei für acht Plätze ausgelegt.

„Wir sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr aufnahmebereit“, kündigte Freesemann an. Teilweise sei man auch in Doppeldiensten besetzt, auch Dolmetscher würden eingesetzt. Zefie sehe seine Aufgabe darin, den Jugendlichen Halt und Orientierung zu geben, die Verlegung in die Anschlusshilfe zu gewährleisten, den Transfer vorzubereiten und gegebenenfalls nach Familienangehörigen zu suchen. Freesemann versicherte auf Nachfrage, dass die Wohngruppen, wie beispielsweise in Sinzheim, alle über Nachbarschaftsfeste in das Wohnumfeld eingebettet seien. dir