Käfertal

Käfertal/Im Rott Neue Wege bei der Stadtplanung

Architekt moderierte Verfahren

Archivartikel

Erstmals wurde bei der Bebauungsplanung Im Rott ein Moderatorenverfahren durchgeführt, bei dem ein renommierter Architekt (Klaus Humpert) in enger Abstimmung zwischen Stadt und den insgesamt elf Bauträgern Leitlinien für das Gebiet entwickelte. Der neue Stadtteil sollte eine städtebauliche Mustersiedlung für das Stadtjubiläum 2007 werden.

Das Konzept sah eine Blockrandbebauung mit begrünten Innenhöfen und vielfältiger Dachlandschaft vor. Man orientierte sich an den Wiener Höfen. Neun große Wohnkomplexe mit neun verschiedenen, ganz individuell und charakteristisch gestalteten Innenhöfen sollten entstehen. Zudem sollten die Straßenräume bewusster und sparsamer gestaltet und vom Gesamteindruck eher eine städtisch wirkende Wohnsituation geschaffen werden.

Statt zuvor vier sollten an einigen Stellen deshalb bis zu acht Stockwerke erlaubt sein. „So eine Siedlung braucht Orientierungspunkte, sonst wird das nichts“, argumentierte damals Architekt Humpert. Zudem ließen sich dort einige Wohnungen mehr unterbringen. Mit wachsender Geschosszahl entwickelte sich auch die Zahl der Wohnungen, die entstehen sollten, rasant nach oben. Sprach man ursprünglich noch von 1385 Wohnungen, war schon bald die Rede von 1800 Einheiten. Schließlich wurden es über 2250 Wohnungen.

Ursprünglich war auch ein Teil des Spinelli-Areals für die Neubebauung vorgesehen. Ein- und Zweifamilienhäuser sollten im Übergang zum Grünzug ausgewiesen werden. Doch der Abzug der US-Truppen war durch die Bereitstellung von Fahrzeugen und Einsatztruppen für Einsätze in Nahost und im Kosovo nicht absehbar. Deshalb wurde in zwei Schritten geplant. Die Spinelli-Pläne verschwanden vorerst in der Schublade und sind erst seit dem tatsächlichen Abzug der US-Armee wieder konkret geworden. Aktuell laufen die Verkaufsverhandlungen der MWS Projektentwicklungsgesellschaft mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. dir