Käfertal

Käfertal Neugestaltung des Parkplatzes vor der Sportarena auf Franklin

Aufbruch in ein grünes Zeitalter

Archivartikel

Einst war es ein ganz normaler, aber viel belegter Parkplatz. Jetzt soll dieser Platz umgestaltet werden mit viel Grün – so jedenfalls stellen sich die Entwickler die Zukunft des Parkplatzes vor der ehemaligen Sportarena auf Franklin vor. Die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP hat dazu einen Wettbewerb ausgeschrieben, der nun in einer Trilogie, also in drei verschiedenen Veranstaltungen, dem breiten Publikum vorgestellt wird. „Wir wollen damit ein Miteinander der Besucher und eine gewisse gegenseitige Toleranz erzeugen”, so der Geschäftsführer der MWSP, Achim Judt.

Ganz geheimnisvoll

Dabei ging es doch ganz schön geheimnisvoll zu, denn zur Eröffnungsveranstaltung des Projektes „Area Bee 51“, wie das Konzept genannt wir, wurde in die Sports Arena auf Franklin eingeladen. Der leuchtende sogenannte Cut, welcher an diesem Abend besichtigt werden konnte, markierte die erste Phase für die Umwandlung des ehemaligen Parkplatzes vor der Sports Arena. In der Arena selbst wurden alle drei Wettbewerbsbeiträge ausgestellt und das Verfahren erläutert.

Neben den Entwürfen der Berliner Büros „ManMadeLand“ und „Atelier le Balto“ ging es vor allem um den Entwurf „Aufbruch“ des europäischen Architekten- und Künstlerkollektivs „osa_office for subversive architecture“, das den Wettbewerb gewonnen hatte. Britta Eiermann (Darmstadt), Karsten Huneck (London) und Oliver Langbein (Dortmund) von osa erläuterten den interessierten Besuchern ihre Arbeit. „Unser Entwurf ‘Aufbruch’ basiert auf dem Zusammenspiel von Rückbesinnung auf die Geschichte des Ortes und einer parallelen Erzählung, die eine zukunftsweisende Bespielung des Areals vorsieht.“ Es sei also eine Mischung aus Planung und Konzept, das der permanenten Dynamik des Ortes Rechnung trage.

Höhenversetzte Flächen

Einzelne Elemente, wie der mit Parkplatzmarkierungen versehene Asphalt, der Wachturm, an anderer Stelle abgebaute Straßenlaternen und ein Basketballkorb sollen durch eine neue Komposition zu einer „einzigartigen, identitätsstiftenden Platzgestaltung“ werden, die eine außergewöhnliche Atmosphäre schaffe, so die Architekten. Konkret sieht der Entwurf von osa vor, verschiedene rechteckige Asphaltflächen auszuschneiden und zum Teil höhenversetzt zu verschieben. Die neuen, erhöhten Flächen stehen dabei unter anderem als Bühne oder Sitzgelegenheiten zur Verfügung: Die so entstehenden Öffnungen in der Asphaltfläche werden entsiegelt und bepflanzt.

Durch diese Einteilung in unterschiedliche Zonen werden Bereiche festgelegt, die den Platz funktional bestimmen und jedem individuell Möglichkeiten bieten, ihn zu nutzen: Basketball spielen, Aufführungen (Musik, Theater), einfach nur sitzen, Flohmarkt, Skaten, Jäten, Säen, Essen und Trinken. „Aufbruch bedeutet hier, das vorhandene Material aufzuschneiden und durch eine Neukomposition anderen Elementen Platz zu schaffen.Diese grafischen Elemente werden als eigenständige Ikonen gerahmt und ausgeschnitten und dann verschoben, verdreht und erhöht“, heißt es in der Projektbeschreibung. In dem Projekt nimmt der Wachturm eine zentrale Rolle ein. Hier sollen Bienen einziehen und so für neues Leben am alten Standort sorgen.

„Ein wesentlicher Bestandteil der Idee ist der Umgang mit Natur. Wir schlagen ein bruchstückhaftes Entsiegeln vor, welches 2019 beginnt und bis 2023 erweitert wird. Die ’Öffnungen’ sollen weitestgehend natürlich gestaltet sein; im bewussten Gegensatz zu den harten, artifiziellen ‘Platten’ ”, so steht es im Entwurf. Auch soll dem Plan Rechnung getragen werden, dass sich der Ort im Laufe der Zeit verändert, so wie sich das neue Stadtviertel verändert. Die Fortsetzung ist für das kommende Jahr geplant.