Käfertal

Käfertal Planungen zum OEG-Bahnhof und zum neuen Betriebshof sollen zusammen vorangebracht werden

Baubeginn frühestens Ende 2024

Archivartikel

Die Entwurfsplanungen für den Umbau des OEG-Bahnhofs Käfertal sind, was die Haltestellenanlage betrifft, eigentlich abgeschlossen – aber die weiteren Genehmigungsplanungen liegen vorerst auf Eis. Das haben die Käfertaler Bezirksbeiräte nun auf Anfrage von der Verwaltung erfahren. Das müsse so sein, erklärt die Stadt. Aufgrund neuer (betrieblicher) Erkenntnisse und, weil der öffentliche Nahverkehr künftig stärker als bisher wachse, sei entschieden worden, das neben der bisher geplanten Fahrzeugabstellung weitere Funktionen am Betriebshof beibehalten werden sollten. Erst wenn dieser neue Betriebshof gut durchgeplant ist, kann auch das Gesamt-Projekt OEG-Bahnhof in die Genehmigungsplanung gehen und so Zug um Zug auf die Gleise kommen.

In ihrer Stellungnahme geht die Stadt auf die Fragen des Bezirksbeirats ein, etwa, was den aktuellen Sachstand, den Zeitplan oder eine mögliche Überdachung der Bahnsteige betrifft. Geplant ist, dass künftig vier barrierefreie Bahnsteige mit einer Länge von je 65 Metern zur Verfügung stehen sollen. Hinzu kommt schließlich der zweigleisige Ausbau der Strecke nach Wallstadt/Heddesheim bis zur Unterführung der B 38 (Brückenbauwerk).

Mehr Verkehr

Um in Zukunft das Mehr an Verkehr abwickeln zu können, mit dem alle Planer rechnen, muss auch die Abstellkapazität der Straßenbahnen erhöht werden. Es braucht also mehr Platz als bisher geplant. Daher soll auch die Gleisanlage mitsamt der Fahrzeugabstellfläche im Betriebshof neu konzipiert werden. Die Planer denken dabei an den Neubau von weiteren „Funktionseinheiten“, insbesondere sollen das Werkstätten parallel zur Strecke Käfertal-Wallstadt sein. Um eine solche Betriebswerkstatt inklusive der nötigen Wendeanlagen bauen zu können, hat man laut Stadt bereits ein privates Grundstück an der Heppenheimer Straße (Flurstück 6494/5) angekauft.

Betrachte man das Projekt insgesamt, werde die „planerische Abhängigkeit“ zwischen dem OEG-Bahnhofs und dem neuen Betriebshof deutlich. Genau deshalb könne man mit der Genehmigungsplanung für den OEG-Bahnhof (einschließlich der Abstellung) erst beginnen, wenn die Pläne für den Betriebshof weiter gediehen seien. Rechtlich seien beide Teile ohnehin ein einheitliches Genehmigungsverfahren.

Und wie geht es nun weiter? Zunächst will man sich über die genaue Lage der unterschiedlichen Funktionseinheiten des Betriebshofs im Klaren werden. Sei diese dann festgelegt, gehe es planerisch für beide Teile – OEG-Bahnhof und Betriebshof – weiter, schreibt die Stadt. Ziel sei es dabei, im Sommer 2020 eine abgestimmte Planung vorlegen zu können, um dann das Planfeststellungsverfahren einzureichen. Das bedeutet freilich, dass nicht vor Ende 2024 mit dem Baubeginn des Gesamtprojekts zu rechnen sei. Möglichkeiten, die Sache zu beschleunigen, untersuche man selbstverständlich, verspricht das Finanzdezernat von Bürgermeister Christian Specht (CDU).

Beim Thema Überdachung erleben die Bezirksbeiräte allerdings eine Enttäuschung. Hier halten die Planer – entgegen der Bürgerbeschwerden und der Wünsche der Stadtteilpolitiker – an ihrem ursprünglichen Konzept fest. Das heißt: keine großflächige Überdachung, nur Fahrgastunterstände.

Grund dafür seien Einschränkungen in der rechtlich vorgesehenen Durchgangsbreite durch Stützen oder Pfeiler, so die Stadt. Außerdem fielen durch die Überdachung schließlich höhere Kosten sowohl bei der Investition als auch beim Unterhalt der Anlagen an. Und die seien nicht förderfähig.