Käfertal

Käfertal Trommelpalast feiert mit neuem Dozenten Santino Scavelli und Workshops einen Tag der offenen Tür

„Brücke zwischen den Musikkulturen“

„Meine Spezialität ist die Rahmentrommel, die man auf Englisch ‚frame drum’ nennt“, erklärte der italienischstämmige Perkussionist Santino Scavelli. Auf einer Kistentrommel sitzend führte er auf der Bühne mit klanglichen Beispielen in seine Instrumente ein. „Ich spiele das mal vor, damit ihr eine Idee davon bekommt, wie das überhaupt klingt“, erläuterte Scavelli, als der Musiker eine „ocean drum“ bewegte, also eine mit Kügelchen gefüllte Ozean-Trommel, die rauschende Meeresgeräusche erzeugt.

Mit rhythmischen Auftritten, Workshops und Vorführungen feierte die Musikschule Trommelpalast wieder einen inspirierenden Tag der offenen Tür. Fortan gehört Perkussionist Santino Scavelli, der jetzt zum Wintersemester sein Weltmusik-Studium an der Popakademie abschließen wird und gebürtig aus der italienischen Gemeinde Crotone in Kalabrien stammt, als neuer Lehrer dem Dozenten-Team im Trommelpalast an. „In meinem Studium werde ich noch ein Abschlusskonzert geben“, erzählte der Trommelexperte. Das Rauschen der ocean drum könne man spieltechnisch in das persönliche rhythmische Beben einbauen.

Gastspiel in der Elbphilharmonie

Mit Vorliebe blickt Trommelmann Scavelli über den eigenen künstlerischen Tellerrand hinaus. „Ich finde es spannend, Sachen nicht spezifisch zu betrachten, sondern eine Brücke zu schlagen zwischen den Musikkulturen. Das ist eine Identitätsfrage“, schilderte Neudozent Santino Scavelli, der jüngst Preisträger des Frame-Drum-Awards des Festivals „Tamburi Mundi“ in Freiburg wurde. Darüber hinaus durfte der abenteuersuchende Jungkünstler kürzlich in der Elbphilharmonie in Hamburg spielen. „Das war hervorragend, ich habe dort mit meiner Band Pulse Project gespielt. Dieser Saal besitzt eine unfassbare Akustik“, schwärmte der Perkussionist.

Nachwuchs hilft mit

Hinter der Kasse des Büfetts mit Kaffee und Zwetschgenkuchen unterstützte Trommelpalast-Schüler Marlon Müller den Tag der offenen Tür als ehrenamtlicher Helfer. „Ich spiele hier im Verein in der Gruppe Afrokids mit, wir haben um 15 Uhr auf der Bühne gespielt“, erzählte der Zwölfjährige, der eine Djembé bedient, eine sogenannte Bechertrommel. „Die hängt man sich mit Schlaufen um, man kann die Djembé aber auch im Sitzen spielen“, erklärte Marlon. Er nimmt seit etwa zehn Jahren Unterricht im Trommelpalast, in den Anfangstagen in Form einer musikalischen Früherziehung. In seiner Freizeit hört er gerne härtere Klänge von Bands wie Metallica oder Guns N’Roses.

Wie gewohnt, eilte am Tag der offenen Tür Trommelpalast-Chef Gero Fei rastlos durch die einstige Industriehalle hin und her und gab schon mal einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen: „Am 31. Oktober feiern wir wieder Halloween im Trommelpalast. Natürlich findet dieses Jahr wieder unser südamerikanisches Weihnachtskonzert statt, diesmal am dritten Advent, 16. Dezember, mit der Gypsy-Swing Band Mocábo.“