Käfertal

Käfertal Anwohner fühlen sich beim Thema Stellplätze im Zentrum des Stadtteils von der Verwaltung über den Tisch gezogen / Bereits 1500 Unterschriften gesammelt

Bürgerinitiative erarbeitet Lösungen gegen Parkplatznot

Archivartikel

Eine Bürgerinitiative (BI) von Anwohnern und Gewerbetreibenden protestiert gegen die Parkplatzsituation in der Mannheimer Straße, wenn der Rewe-Markt fertiggestellt ist. Rund 1500 Unterschriften hat sie in kürzester Zeit gesammelt. Und die Initiative hat auch bereits Lösungsvorschläge erarbeitet, wie sich die Situation entspannen ließe.

„Das kann es doch nicht sein. Wir werden nicht ernst genommen und einfach über den Tisch gezogen“, sagt Karola Seibel, eine der Mitbegründerinnen der BI. Der Vorsitzende des Gewerbevereins Käfertal, Chris Rihm, macht eine Rechnung auf: „Derzeit gibt es in dem gesamten Bereich 128 Parkplätze, die öffentlich zugänglich sind. Nach dem Ende der Bauarbeiten gibt es lediglich noch 80 Stellplätze.“ Die Rechnungen der Stadt gehen, wie bereits berichtet, anders, sie kalkuliert die Rewe-Parkplätze und die mietbaren Stellplätze in der Tiefgarage mit ein als öffentlichen Parkraum.

Viele Veränderungen möglich

Die Bürgerinitiative räumt ein, dass die Stellschrauben, an denen noch gedreht werden könne, gering seien, meinte Rihm. So schlägt die Initiative vor, in der Oberen Riedstraße vom Bereich Rathaus bis Unionstraße Kurzzeitparkplätze auf der linken Seite zu schaffen, auf der rechten Seite beim „Hirsch“ könne man Pfosten entfernen und stattdessen Parkraum einzeichnen. In der Unionstraße bis zum Kirchplatz würden die Käfertäler rechts und links ebenfalls Stellplätze markieren.

Die Parkverbotszone vor der Schule in der Wormser Straße solle man zwischen 19 und 7 Uhr und am Wochenende aufheben. Drei weitere Plätze erhalte man an der Poststraße in Richtung Wormser Straße, in Gegenrichtung könne die Stadt ebenfalls Flächen einzeichnen. Am Rebstock – Ecke Lindenstraße/Rebenstraße würde die Initiative den Taxistand auf die Grünfläche gegenüber (Richtung Bahnhof) verlegen und auf dem jetzigen Stand Parkplätze senkrecht einzeichnen.

Auf der Mannheimer Straße sollten nach den Vorstellungen der BI versetzt Kurzzeitplätze geschaffen werden vor den Geschäften, auf der Ladenburger Straße könne man das Parkverbot teilweise aufheben und ebenfalls Kurzparker zulassen. Die Lindenstraße würde in ihren Überlegungen zur Einbahnstraße, die Richtung Mannheimer offen wäre, hier könne man Querparker zulassen. Die Rebenstraße solle ebenfalls – offen zum Bahnhof hin – Einbahnstraße werden, um so Platz für Parkraum zu schaffen. Schließlich schlagen die Bürger ein Park+Ride-System vor an der Freifläche an der B 38 vor dem Haltepunkt und am Habichtplatz.

Simone Clausen vom Fachbereich Tiefbau der Stadt erläuterte die Baumaßnahmen entlang der Mannheimer Straße, die in verschiedenen Abschnitten erfolgt. Ab Mitte April werde mit der Sanierung begonnen. Die gesamte Bauzeit betrage zehn Monate. Am Postkreisel werden die Arbeiten schließlich im Februar oder März 2020 beendet sein.

Erwartungen nicht erfüllt

Für die Bürger, die sich in einem Café versammelt hatten und der Expertin zuhörten, gingen deren Ausführungen am Thema vorbei. Sie hatten sich Auskünfte zum Parkraum und zu Veränderungsmöglichkeiten erhofft. Obwohl festgestellt wurde, dass die bestehenden Parkplätze zu 80 bis 90 Prozent ausgelastet seien, würden jetzt auch noch geplante Parktaschen entfallen, weil dort eine barrierefreie Bushaltestelle gebaut werden würde. Niemand sei gegen diesen Ausbau, betonte Seibel. Aber den Anwohnern sei so ein Parkproblem entstanden.

Ein Park+Ride-System könne etwa am Habichtplatz oder in der Oberen Riedstraße entstehen. Dann müssten Kunden mit dem Bus anfahren. Das sei aber keine Lösung für Lieferanten, beklagte eine Gewerbetreibende. Jetzt hofft die BI, dass ihre Vorschläge bei der Stadt auf offene Ohren stoßen werden.