Käfertal

Käfertal/Waldhof Eva-Maria Wittmann nach 33 Jahren im Dienste der Reha-Südwest gGmbH in den Ruhestand verabschiedet

Ein Leben für die Inklusion

33 Jahre stand sie im Dienste der Reha Südwest gGmbH – am 1. September wird Eva-Maria Wittmann in den Ruhestand gehen: Aus diesem Grund wurde sie jetzt von Freunden und Weggefährten in der Geschäftsstelle in der Enzianstraße in Käfertal gebührend verabschiedet. „Abschied zu nehmen von Eva-Maria Wittmann, bedeutet Abschied zu nehmen von einem Urgestein der Inklusion“, meinte die Geschäftsführerein der Reha Südwest, Mirjam Weisserth. Sie sei stets mit großem Herzen für andere dagewesen.

Zahlreiche Ehrengäste

Viele waren gekommen: zahlreiche Gäste aus Politik, angeführt vom Bundestagsabgeordnetem Nikolas Löbel, dem Mitglied des Landtages, Stefan Fulst-Blei, der Landtagsabgeordneten Elke Zimmer, Sozialbürgermeister Michael Grötsch, zahlreiche Stadträte und Bezirksbeiräte, Kooperationspartner aus der Wirtschaft, Manfred Baumann, Vorstandssprecher der VR Bank Sandhofen und viele weitere Vertreter der Wirtschaft und Netzwerkpartner.

„Dass so viele da sind, ist Ausdruck der hohen Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit“, erklärte Mirjam Weisserth und erinnerte daran: Als Eva-Maria Wittmann im Juli 1985 zum Unternehmen gekommen sei, sei die Welt noch eine andere gewesen. Dass Inklusion mittlerweile eine große Rolle spiele, dazu habe die langjährige Geschäftsführerin der Reha-Südwest Regenbogen gGmbH mit einem großen Anteil beigetragen. „Menschen mit Behinderung stehen bei ihr im Mittelpunkt. Die gleichberechtigte Teilnahme am Leben und Arbeiten sind ihr wichtig“, so Weisserth.

Zum Auftakt des Abends zeichnete Jeannette Friedrich, begleitet von Dieter Scheithe, mit ihrer Version des Liedes „Über die Brücke gehen“, den Weg vor, den Eva-Maria Wittmann ab 1. September beschreiten wird. Mirjam Weisserth griff in ihrer Laudatio dieses Bild auf. Bei aller Großherzigkeit und bei allem Verständnis, das sie anderen gegenüber stets aufzubringen vermochte, sei Eva-Maria Wittmann auch mal gegen den Strom geschwommen. „Über die Brücken gehen kann vieles bedeuten“, sagte Weisserth. „Es kann bedeuten, etwas hinter sich zu lassen, in Neues einzutauchen, Verbindungen zu schaffen, Menschen kennen zu lernen, sich selbst überwinden und auch Grenzen zu überwinden.“

Michael Grötsch, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur, erinnerte: „Bereits in den achtziger Jahren, als das Wort Inklusion für viele noch ein Fremdwort war, öffnete sie das Betreuungsangebot des Regenbogen-Kindergartens sowohl für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung.“ Zusammen mit engagierten Eltern habe sie sich in den neunziger Jahren – und damit weit vor der Schulgesetznovelle von 2015 – erfolgreich für inklusive Schulklassen eingesetzt.

Kompetenzzentrum auf Funari

Grötsch wies auf die Hartnäckigkeit und die Verlässlichkeit von Eva-Maria Wittmann hin und begrüßte sehr, dass sie als Ansprechpartnerin des Kompetenzzentrums, das mit breitgefächertem Angebot auf Funari entstehen wird, erhalten bleibt. Wittmann hatte bereits beim Neujahrsempfang angekündigt, dass sie im Sommer in den wohlverdienten Ruhestand gehen werde, aber dem „Regenbogen“ erhalten bleiben wolle. „Es ist selbstverständlich, dass wir uns auf den Konversionsflächen, Franklin/Funari, bei der Entwicklung eines inklusiven Stadtteils beteiligen“, sagte sie.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal und Aufsichtsratsvorsitzende der Reha-Südwest, Cornelia Petzold-Schick, und die Vorsitzende des Vereins für Körper- und Mehrfachhinderte e.V., Andrea Baroncioni, bedankten sich bei Eva-Maria Wittmann für ein gutes und gemeinsames Miteinander. Im Namen ihres Teams überreichte Petra Röder 33 Rosen – eine für jedes Jahr.

Mit viel Witz und Humor bedankte sich Eva-Maria Wittmann bei allen, die ihr über all die Jahre hinweg geholfen haben, diesen „schönen, aber manchmal auch schweren Weg“ zu gehen. dir/red